Gerichtsurteil: E-Zigaretten dürfen frei verkauft werden

Sind die umstrittenen E-Zigaretten ein Arzneimittel? Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat jetzt entschieden: Die Befriedigung der Nikotinsucht sorge nicht für eine Heilung. Freier Handel mit E-Zigaretten bleibt damit straffrei.

Spiegel Online, 17.09.2013

Münster – Nikotin hat eine Reihe von Wirkungen: Es steigert die Herz- und Atemfrequenz, die Darmtätigkeit und die Magensaftproduktion, es verengt die Gefäße und führt so zu einem erhöhten Blutdruck, es setzt Adrenalin frei und vieles mehr. Sollte diese Substanz also nicht in jedem Fall offiziell als Arzneimittel gelten? Das Oberverwaltungsgericht in Münster sagt nein.

„Es gibt keine Dosierungsanleitung, die Aromen sollen Spaß machen. Außerdem fehlt eine therapeutische Wirkung“, erklärte das Gericht jetzt am Dienstag. Die Befriedigung der Nikotinsucht sorge nicht für eine Heilung, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Lau. Handel und Verkauf von Produkten rund um E-Zigaretten sind damit nicht strafbar. Das Gericht wies in drei Verfahren die Rechtsauffassungen der Stadt Wuppertal, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland zurück. Eine Begründung für die Urteile lag zunächst nicht vor. In allen Verfahren ließ das Gericht Revision zu.

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Anhörung zu Methamphetamin, Cannabis und Legal Highs im Deutschen Bundestag

Zum drogenpolitischen im Umgang mit Methamphetamin (Crystal), Cannabis und sogenannten Legal Highs fand am 17. April eine Anhörung im Gesundheitsausschuss des  Deutschen Bundestags statt.

Informationen finden sich unter anderem auf bundestag.de

Die Stellungnahmen zur Anhörung finden sich hier.

Hitler-Speed und Räuchermischung
SPD-Antrag zur Drogenprävention empört Experten

Neues Deutschland, 18.04.2013
Von Fabian Lambeck

Hoch her ging es am Mittwoch während einer Bundestagsanhörung zur Drogenpolitik. Ein Experte war extra angereist, um sich über den Missbrauch seiner Studie durch die SPD zu beschweren. Zudem beklatschten Zuschauer die Äußerungen eines US-amerikanischen Drogenfachmanns.

»Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint«, sagte Kurt Tucholsky einmal. Die Bundestagsfraktion der SPD führte sicher nichts Böses im Schilde, als sie ihren Antrag ausarbeitete. Die Genossen wollen den Konsum von Methamphetaminen durch Prävention eindämmen und neue synthetische Drogen, sogenannte Legal Highs, europaweit effizienter bekämpfen. Dabei berief sich die Fraktion auf eine Studie des Frankfurter Drogenexperten Bernd Werse. Dieser wiederum war schwer empört, als er hörte und las, wozu seine Forschungsergebnisse benutzt werden.

Und so kam Werse auch zur gestrigen Anhörung des Gesundheitsausschusses, bei der jener SPD-Antrag von Fachleuten diskutiert wurde. Ihm war die Empörung noch anzumerken, als er sich zu Nachfragen des LINKEN-Abgeordneten Frank Tempel äußerte: »Unsere Studie zu den Legal Highs hat nichts mit Crystal Meth zu tun«, so Werse. Dazu seien beide Drogen zu verschieden. Die SPD hatte aber beide in einen Topf geworfen. Bei Legal Highs handelt es sich nicht um eine bestimmte Substanz. Vielmehr verbergen sich hinter dieser Sammelbezeichnung so grundverschiedene Dinge wie Räuchermischungen, synthetische Stoffe oder Herbal Highs, die aus Pflanzenteilen und Chemie bestehen. Auch hinsichtlich ihrer Wirkung ähneln sie sich nicht. Die einen wirken beruhigend, andere aufputschend und viele auch gar nicht. Todesfälle seien bislang nicht bekannt, so Werse in seiner Stellungnahme.

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„Nur in Berlin werden so offen Drogen konsumiert“

Anette Hofmann vom Verein Fixpunkt, der in der Drogenhilfe und der Gesundheitsförderung tätig ist, informiert auf Partys über die Risiken beim Drogengebrauch und wie man sie minimieren kann.

Berliner Zeitung, 28.01.2013

Frau Hofmann, was ist Fixpunkt?

Fixpunkt ist Träger der Drogenhilfe, der ohne großen bürokratischen Aufwand arbeitet. Zudem dürfen auch Menschen zu uns kommen, die aktuell Drogen konsumiert haben. Der Auftrag von Fixpunkt ist es, sich um Substituierte und akut drogengebrauchende Menschen zu kümmern, die auch fixen. Ziel ist die Gesundheitsförderung und die Prävention in Bezug auf Hepatitis C und HIV. Deshalb verteilt Fixpunkt auch frische Spritzen, um das Infektionsrisiko der Konsumenten so gering wie möglich zu halten.

Wo sind Sie im Nachtleben unterwegs?

Auf den Berliner Partys machen wir seit 2011 Infostände zum Thema „Safer Use“ und zur Gesundheitsförderung der Partykonsumenten. Unser Ansatz ist Akzeptanz und Risikominimierung. Es ist doch albern, beim Thema Drogen und Partys in Berlin so zu tun, als ob das nicht existent wäre. In fast jedem größeren Club werden Drogen konsumiert. Wer einmal ins Berliner Nachtleben eintaucht, merkt schnell, wie viel Leute auf Droge sind.

Was bedeutet Gesundheitsförderung im Nachtleben?

Wir verteilen gratis „Safer Snorting Packs“, Tüten, in denen zum Beispiel zwei Plastikröhrchen enthalten sind. Viele Menschen wissen nicht, dass durch ein gemeinsam benutztes Röhrchen zum Beispiel Hepatitis C übertragen werden kann. Schon kleinste Mengen von getrocknetem Blut können ausreichen und der Virus überlebt an der Luft sehr lange. Zudem sind in der Tüte noch eine Unterlage, Alkohol zum Desinfizieren, ein Taschentuch und eine Nasenspülung. Ohrenstöpsel und ein Infoflyer zu den verschiedenen Drogen und ihren Wirkungsweisen und Risiken geben wir auch aus.

Analysieren Sie die Drogen auch?

Nein. Im Zuge der Gesundheitsförderung für Drogenkonsumenten würde ich mich aber darüber freuen, wenn wir endlich grünes Licht für unser „drugchecking“-Projekt bekommen würden, also die chemische Analyse der Drogen. Es ist leider eine politische Frage, ob ein Modellprojekt in Berlin finanziert werden kann, oder überhaupt gewollt wird. Fakt ist, dass drugchecking in vielen anderen Ländern bereits mit großem Erfolg durchgeführt wird, beispielsweise in Österreich, der Schweiz und Spanien, und dass es von den Konsumenten dankbar genutzt wird. Drugchecking kann Leben retten. Natürlich wäre ein Testen der Droge auch immer mit einer Beratung vor Ort gekoppelt. So können Hilfesuchende auch sofort in die Drogenhilfe weitervermittelt werden, wenn Bedarf besteht. […]

Informationen über die Initiative zur Analyse von Drogen: www.drugchecking.de

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15 Jahre Chill out e.V.

Am 23.11.2012 beging der Chill out e.V. in einer Veranstaltung im freiLAND sein 15-jähriges Jubliäum. Anlässlich der 15-Jahres-Feier erschienen in den Postdamer Medien folgende Berichte.

Bericht bei Potsdam TV vom 23.11.2012

„Aufklärung – ab drei Jahren“

Interview mit Geschäftsführer Rüdiger Schmolke in der PNN vom 23.11.2012

[…]

Wie kam es zur Gründung von Chill out?

Auf eine Initiative von Sozialpädagogik-Studenten der Fachhochschule Potsdam im Jahr 1997. Sie wollten ein explizit niedrigschwelliges Angebot für Konsumenten illegaler Drogen aufbauen, da sie dort eine Lücke in Potsdam sahen. Anfangs war das alles ehrenamtlich. Von Beginn an hatte Chillout das Konzept der akzeptierenden Drogenarbeit, bei der der Drogenkonsum nicht verurteilt oder bewertet wird. Das ist die Voraussetzung, um vielen Menschen überhaupt Hilfe zukommen lassen zu können. Das wird leider oft missverstanden, nach dem Motto: Die finden ja jeden Drogenkonsum in Ordnung. Vor allem als Chillout startete, kursierten Vorurteile, dass da alle selber Drogen nehmen würden, vereinzelt höre ich das sogar noch heute. Aber über die Jahre konnten wir beweisen, dass uns dieser Ansatz wichtig ist, um verantwortungsvoll mit unseren Klienten und Zielgruppen umzugehen und bei ihnen ein Nachdenken über den Konsum zu erreichen.

Wer kommt vor allem zu Ihnen?

Wir beraten natürlich alle Altersgruppen, aber der Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen. Es ist daher ein großer Erfolg, dass wir seit diesem Jahr im Freiland-Gelände sitzen, wo wir näher an der Lebenswelt der Jugendlichen dran sind. Chillout hat ja eine lange Odyssee hinter sich: Anfangs saß die Stelle in einem abrissreifen Weberhäuschen in der Karl Liebknecht-Straße, danach ging’s in die Watt-Straße, dann waren wir viele Jahre in der Feuerbach-Straße und ab 2006 im Haus der Jugend.

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Cannabiskonsum an Potsdamer Schulen

Unser Statement zum Cannabiskonsum an Schulen:

In unserer Arbeit verurteilen wir keinen Konsum, sondern setzen am individuellen und situativen Risiko an, das sich mit dem Konsum verbindet. Cannabiskonsum kann für die Schülerinnen und Schüler unproblematisch sein, wenn er kontrolliert und regelgeleitet ist, risikoarm gestaltet wird und von Lern- und Risikosituationen getrennt erfolgt. Wir trennen ausdrücklich Konsum von Dealen, das auf Grund der Strafbewehrung und daher sozialen Folgen für alle Betroffenen immer problematisch ist.

Cannabis ist allgemein leicht verfügbar, die Vorstellung, dass Schüler_innen auf Grund von Kontrollmaßnahmen nicht mit Cannabis in Berührung kommen, daher offensichtlich unrealistisch. Aus diesem Grund setzen wir auf die Förderung der Kritik- und Entscheidungsfähigkeit von Jugendlichen, mit dem Ziel, dass sie lernen, ganz allgemein risikoarm zu konsumieren.

Rüdiger Schmolke, Geschäftsführung Chill out e.V.  

Kiffen zählt als Doping
Nach den Drogenvorwürfen an der Eliteschule des Sports hat der Bildungsausschuss kontrovers über den Fall diskutiert. Über die erteilten Schulverweise werde im Einzelfall entschieden, sagt der Schulrat

PNN, 29.11.2012
von Henri Kramer

Die fünf Sportschüler, die im Zusammenhang mit Drogenvorwürfen von der Potsdamer Sportschule verwiesen werden sollen, bekommen vielleicht doch noch eine zweite Chance. Der zuständige Schulrat Eckhard Dörnbrack sagte am Dienstagabend im Bildungsausschuss, die Fälle sollen vom Schulamt in Brandenburg/Havel individuell bewertet werden. „Für einmal Kiffen wird niemand von der Schule fliegen“, so Dörnbrack. In die Verfahren seien Rechtsanwälte einbezogen. Es müsse unterschieden werden, ob die Schüler nur Konsumenten seien oder tatsächlich mit Drogen gehandelt hätten, hieß es weiter.

Wie berichtet hatte die Lehrerkonferenz der Elite-Schule des Sports am Luftschiffhafen Mitte November entschieden, die Schüler nach den Drogenvorwürfen an andere Schulen zu verweisen. Die minderjährigen Sportschüler waren Ende Oktober nahe der Schule beim Kiffen erwischt worden. Das Haschisch sollen sie von älteren Mitschülern erhalten haben.

Der Fall war vor Dörnbracks Erklärung im Bildungsausschuss kontrovers debattiert worden. Schulleiter Rüdiger Ziemer erklärte die Entscheidung für den Verweis unter anderem damit, dass an der Sportschule besondere Bestimmungen im Kampf gegen Doping gelten. Auch Cannabis stehe auf einer Verbotsliste mit leistungssteigernden Mitteln. Die Nationale Anti-Doping Agentur (Nada) kontrolliere bei den Schülern, ob Doping-Substanzen eingenommen würden. „Bisher gab es niemals einen positiven Test.“ Würde sich das ändern, wäre das eine „absolute Katastrophe“, gerade für den Ruf der Schule. Absolventen der Schule hatten zuletzt bei den Olympischen Spielen in London drei Gold- und eine Silbermedaille erkämpft.

Ziemer kritisierte die Aufarbeitung des Falls in einigen Medien. So habe eine Zeitung ein Foto von ihm und darüber einen brennenden Joint gedruckt, sagte der Schulleiter verärgert. „Mit so einer Art Journalismus“ sei ein erfolgreiches Schulsystem konfrontiert, bei dem seit mehr als 20 Jahren präventiv gegen Drogen gearbeitet werde. Doch bei 120 neuen Schülern pro Jahr, „normalen Kindern und Jugendlichen“, könnten Vorfälle wie der aktuelle nicht ausgeschlossen werden, so Ziemer.

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Höher, schneller, breiter
Sportschüler beim Haschischhandel und -konsum erwischt / Geschäftsführer droht mit Massendrogentests

MAZ, 07.11.2012

Potsdam – Und das auch noch kurz vor dem Tag der offenen Tür am Sonnabend: Die Eliteschule des Sports „Friedrich Ludwig Jahn“ im Luftschiffhafen kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem Missbrauchs-Skandal im letzten Jahr und Ärger um vier rechte Hooligans im Juni muss sich Schulleiter Rüdiger Ziemer nun mit einem Drogenproblem herumschlagen. Ein Mitarbeiter des angeschlossenen Internats erwischte kürzlich fünf Neuntklässler am Ufer des Templiner Sees, unweit des Sportgeländes, beim Haschisch-Konsum.

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Massendrogentest abgelehnt
Nach Haschisch-Vorfällen an Elitesportschule in Potsdam loben Stadt und Ministerium die „gute und schnelle“ Reaktion

MAZ, 08.11.2012
Von Jan Bosschaart

POTSDAM – Nach dem Bekanntwerden von Haschischkonsum und Drogenhandel unter Schülern der Elitesportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ im Luftschiffhafen lehnen sowohl das Bildungsministerium als auch das Schulamt und die Stadt einen als „letztes Mittel“ angedrohten Drogentest an allen 600 Sportschülern ab. „Das wäre kein adäquates Mittel, sondern sehr problematisch“, sagte Stefan Breiding, Sprecher des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Ein solcher Massentest enthielte „eine pauschale Unterstellung“ und wäre ein massiver Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Auch die Stadt vermerkte kurz und bündig, das lehne sie ab. Ronny Besançon vom Kreisvorstand der Linken erinnerte daran, dass zunächst die Unschuldsvermutung gelte. Schon die Androhung sei „ein verfassungsrechtlicher Skandal“.

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Stadt will Dealern an den Kragen

PNN, 08.11.2012
von Tobias Reichelt

An Potsdams Schulen wird gekifft und mit Drogen gehandelt, jetzt fordert das Rathaus durchzugreifen

Die Stadtverwaltung hat alle Schulleiter in Potsdam aufgefordert, konsequent gegen Drogenhändler an ihren Einrichtungen vorzugehen. „Wir werden nicht dulden, dass an den Schulen gedealt wird“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow am Mittwoch. Schüler, die Marihuana, Ecstasy oder noch härtere Rauschmittel an minderjährige oder erwachsene Mitschüler verkaufen, müssten Sanktionen erfahren. Das Hausrecht an allen Gymnasien, Gesamt-, Ober- oder Sportschulen in Potsdam sei streng geregelt, sagte Brunzlow. Wenn Prävention und Beratung nicht wirkten, drohe der Rausschmiss. Auf jeden Fall werde Strafanzeige gestellt. … „Wir wissen, dass es an allen weiterführenden Schulen in Potsdam Schüler gibt, die illegale Drogen konsumieren oder verkaufen“, sagte Renate Michael, Leiterin der Abteilung Prävention bei der Polizei, gegenüber den PNN. Wenn die Schüler die Drogen nicht bei ihresgleichen in der Schule kaufen, dann schlagen sie beim Händler nebenan zu. Es sei in Potsdam nicht ungewöhnlich, dass Dealer eine Wohnung in der Nähe von Schulen besitzen. „In der großen Pause verlassen die Schüler das Schulgelände, um sich nebenan eine Portion zu holen“, so Michael. Das Dunkelfeld sei riesig. Von Schule zu Schule sei das Problem mal größer, mal kleiner. Zum Teil handele es sich nur um einzelne Schüler, in anderen Fällen seien es ganze Gruppen. „Haschisch ist die gängigste Droge für Jugendliche.“ Seltener würden auch härtere Sachen wie die Partydroge Ecstasy von Schülern konsumiert.

Der Leiter der Potsdamer Sportschule, Rüdiger Ziemer, kündigte einen offenen und konsequenten Umgang mit seinen betroffenen Schülern an. … Einen generellen Drogentest für alle Schüler der Sportschule schließt Ziemer nach den Vorfällen allerdings aus. Das sei rechtlich nicht möglich. Andreas Klemund, Geschäftsführer der Luftschiffhafen GmbH, hatte das gefordert. Jugenddezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) kündigte an, das Problem mit dem Staatlichen Schulamt, der Polizei, dem Schulverwaltungs- und dem Jugendamt zu beraten. Zugleich warnte sie Schulleiter und Lehrer davor, Drogenkonsum unter den Teppich zu kehren. „Wer die Augen verschließt, macht sich zum Mittäter“, sagte sie den PNN.

Neben der Polizei ist auch der Verein „Chill Out“ in Potsdam bei der Drogenberatung für Schüler, Lehrer und Eltern aktiv. Allein der Fakt, dass an allen Potsdamer Schulen gekifft und gedealt werde, sei noch nicht dramatisch, sagte Vereinschef Rüdiger Schmolke. Unproblematisch sei die Situation aber auch nicht. Einige Schulen würden die Situation verharmlosen. Ein Drittel aller Potsdamer Schüler sammle früher oder später Erfahrungen mit Haschisch, so Schmolke.

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ATLAS: Deal

PNN, 08.11.2012
von Tobias Reichelt

Nirgends scheint man in Potsdam so leicht an Drogen zu gelangen wie an den weiterführenden Schulen der Stadt. Die Mitschüler selbst sind es oft, die Haschisch, Marihuana oder Ecstasy auf dem Schulhof verteilen. Und wem die Auswahl dort nicht reicht, der wird beim Dealer um die Ecke fündig. Es wird Zeit, dass die Potsdamer Politik das Problem ernst nimmt.

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Drogenfälle nehmen zu
Elternrat und Kreisschulbeirat in Potsdam sind besorgt / Polizei und Suchtberater sagen: Keine Schule ist drogenfrei

MAZ, 09.11.2012
Von Jan Bosschaart

Potsdam – Eine Häufung von Drogenfunden an Schulen beschäftigt den Potsdamer Kreiselternrat. Einen Tag vor dem Bekanntwerden von Haschischhandel und -konsum an der Elite-Sportschule traf das Gremium deshalb zu einer Sitzung zusammen. „Die Eltern haben den Wunsch, dass mehr für Prävention getan wird und Drogenfälle an Schulen stärker verfolgt werden“, sagte Daniela Trapkowski, die Vorsitzende des Gremiums. Das Problem sei, dass sich viele Lehrer machtlos fühlten. „Sie sagen: Die Schüler stellen sich offen auf dem Schulhof hin und kiffen, und wir können nichts tun“, so Trapkowski. Auch würden viele Schulleiter nicht offensiv mit dem Problem umgehen, weil sie um den Ruf der Schule fürchten. …

Zu mehr Gelassenheit in der Debatte riet Rüdiger Schmolke, Leiter der Suchtberatungsstelle „Chill out“: „Dass Jugendliche heute Cannabis probieren, ist selbstverständlich geworden und fast flächendeckend.“ Allerdings kiffe nur eine Minderheit regelmäßig. Alkoholkonsum aber sei ein größeres Problem: „Für viele Jugendliche ist Kiffen ein Übergangsphänomen, es ist aussichtslos, das eindämmen zu wollen“.

Der Handel und Konsum an Schulen bleibe aber ein „No Go“, räumte der Suchtberater ein. Statt drakonischer Strafen plädierte er für Aufklärung, Reflektion und verantwortungsvollen Konsum. Dennoch ist der Experte überzeugt, dass keine Schule behaupten könne, drogenfrei zu sein. Weniger als ein Prozent der Potsdamer Schüler konsumiert anonymen Befragungen zufolge täglich Haschisch, weniger als drei Prozent wöchentlich – selbst wenn die Dunkelziffer zirka dreimal so hoch liege, sei das „nicht besorgniserregend“, so Schmolke. Ein Drittel habe die Droge einmal probiert.

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Ecstasy (u.A. MDMA)

Szenenamen:
Adam, Cadillac, E, Essence, Eve, Love,Pille, XTC. Außerdem fungieren häufig die Motive auf den Pillen als Namensgeber (Taube, Mario, Schildkröte u.v.m.).

Substanz:
XTC taucht in vielen Formen auf: Große und kleine Kapseln, runde und flache Tabletten. Es gibt neben unterschiedlichen Motiven verschiedene Farben und Sprenkelungen: pink, weiß, braun etc.
Unter dem Namen XTC werden mehrere Substanzen verkauft, die sich in Wirkung und Dauer unterscheiden: MDMA ist ein Amphetaminderivat mit empatischer (in andere Menschen einfühlend), entactogener (aus dem Innern heraus Gefühle verstärkend), leicht antriebssteigernder und schwach halluzinogener Wirkung (etwa 3 – 5 h). MDEA („Eve“) hingegen wirkt kürzer (2 – 3 h) und gibt weniger Energie als MDMA.
MDBD ist eine Substanz mit vorrangig gefühlsverstärkender Wirkung (4 –5 h).
2 CB , das in schwacher Dosierung stimulierend und wahrnehmungsintensivierend wirkt, weist bei höherer Dosierung starke Wahrnehmungsveränderungen auf, die u.U. unangenehme Zustände von Desorientierung/Verpeilung bringen.
Die Wirkstoffmengen der angebotenen Pillen schwanken erheblich, da Ecstasy keinerlei Qualitätskontrollen unterliegt, deshalb gilt: Farbe, Form, Größe oder Motiv sagen nichts über den Inhalt aus. Du weißt nie, was du gerade kaufst ! Als mögliche Beimengungen/Streckmittel sind bereits Coffein, Atropin (Achtung!), Paracetamol (Schmerzmittel), Waschmittel oder Amphetamin (speed) festgestellt worden. Als Flop kann dir auch ein Blender (Placebo) unterkommen. Dann passiert schlimmstenfalls rein garnichts.

Wirkung:
XTC bewirkt eine Ausschüttung der körpereigenen Gefühlsdroge Serotonin aus ihren Speichern (nach ca. 20-60 min). Der E-Film beginnt zu laufen. Nach einer kurzen Anpassungsphase mit Erhöhung der Herzfrequenz, Unruhe, verstärkter Atmung und einem leichten Anstieg der Körpertemperatur breitet sich ein wohliges Körpergefühl aus. Gelegentlich wird dieses Gefühl durch eine Steifheit in den Armen, Beinen und Kinnbacken begleitet. Der Mund wird trocken und die Pupillen erweitern sich. Jetzt setzt die Hauptwirkung ein: Du fühlst dich leicht und ungehemmt. Dein Kopf ist klar. Du bist entspannt und fühlst dich weich. Barrieren fallen weg, eine gesteigerte Kommunikationsfähigkeit setzt ein. Musik wird intensiver erlebt. Harmonie und Zärtlichkeitsgefühle dominieren gegenüber Ängsten und Aggressionen. Nach ca. 3 bis 6 Stunden klingt die Wirkung ab, der Serotoninspeicher ist fast leer, es kann sein, dass du dich müde und depressiv fühlst. Neben diesen Eigenschaften bestimmt sich die XTC-Wirkung auch durch deine Einstellung und dein Wissen zum Umgang mit der Substanz, der Stimmung, in der du bist, der Umgebung, in der du dich befindest und dadurch, mit welchen Leuten du zusammen bist.

Gefahren:
XTC vermindert die Wahrnehmung von Warnsignalen des Körpers. Symptome wie Durst, Schwindel, Kopfschmerz und Herzjagen werden unterdrückt, es kann zu Kollapszuständen kommen. Dies insbesondere dann, wenn im Zusammenhang mit körperlichen Anstrengungen (Tanzmarathon) Flüssigkeitsverluste nicht ausgeglichen werden (Austrocknungsgefahr !) und / oder keine Ruhepausen (chill out) eingelegt werden.
Bei einer extrem hohen Dosis kann es zu Vergiftungserscheinungen im Körper kommen. Folgen sind dann z.B.: veränderter Blutdruck, extremer Temperaturanstieg (Fieber über 39°C), Pulsbeschleunigung bis zu 150 Schlägen pro Minute und der Ausfall der Nierenfunktion. Auftretende Symptome sind: Herzklopfen, Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Erbrechen, Panik und Halluzinationen.
Welche XTC-Wirkung tödlich wirkt, ist bisher ungeklärt und hängt immer vom Einzelfall ab. Die größte Gefahr liegt in der Substanzunkenntnis der Verbraucher !

Safer use:
XTC öffnet die Seele (Psyche). Deshalb solltest du niemals XTC schmeissen, wenn du ein psychisches Leiden hast, dich schlecht fühlst oder dich Probleme runterziehen.
XTC kann psychisch abhängig machen, auch wenn es körperlich kaum abhängig macht.
Da die negativen Wirkungen bei Dauer-Usern stark ansteigen, solltest du – wenn überhaupt – nur selten konsumieren.
Auf jeden Fall mehrere Wochen Pause einlegen.
Wer auf  XTC ist, sollte keine weiteren Drogen konsumieren – auch keinen Alkohol (schädlich und vermindert die Wirkung).
Konsumiere nie zusammen mit Medikamenten.
Nicht nachwerfen: Wenn der Mond voll ist, nimmt er ab (chinesisches Sprichwort).

1.Hilfe:
Bei Überdosierungen / Kreislaufproblemen gilt: frische Luft, kühlen, viel Wasser oder Vitamine trinken, nicht alleine lassen, Beine hochlagern und unbedingt den Arzt rufen. Bei Ängsten: beruhigen (talk down), handhalten, ruhig zureden, Frischluft einatmen und trinken. Bloss keine Panik machen! Versuche dem gerufenen Arzt Informationen über die geschluckte Pille(n) zu geben.

Geschichte:
MDMA wurde 1912 von der Firma Merck entwickelt und patentiert. Der ursprüngliche therapeutische Nutzen sollte in der Appetithemmung liegen. In den 50er und 60er Jahren benutzten dann Forscher in den USA zunächst MDMA für wissenschaftliche Zwecke im Bereich der Psychotherapie. 1986 wurde der Wirkstoff in den USA verboten.
Aufkommen und Verbreitung von XTC in Europa stehen in einem engen Zusammenhang mit der Techno- und House- Musik, die sich in den 80´er Jahren von England aus über den europäischen Kontinent ausbreitete und eine immer größere Anhängerschaft gewinnen konnte. Auf Raves (große House- und Technoparties) die in leehrstehenden oder besetzten Lagerhäusern, aber auch im Freien stattfinden, wurden und werden neben anderen Drogen auch XTC konsumiert. Die Popularität stieg seit dieser Zeit unaufhaltsam, und XTC verbreitete und etablierte sich von England aus als Partydroge in den verschiedensten Ländern Europas.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!