Drogen und Suchtbericht 2012 veröffentlicht

Drogen und Suchtbericht 2012 veröffentlicht

Der Drogen- und Suchtbericht 2012 zeigt: Insgesamt gehen die KonsumentInnen-Zahlenim Tabak-, Alkohol- und Cannabiskonsum zurück.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden [PDF ca. 2 MB].

 


Dyckmans: Drogen- und Suchtpolitik zeigt Wirkung, Risikogruppen stärker in den Fokus nehmen.

Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten vom 22.05.2012
Im Original lesen auf drogenbeauftragte.de

Anlässlich der Veröffentlichung des Drogen- und Suchtberichts 2012 erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „In vielen Bereichen zeigen die Maßnahmen zur Verringerung des Drogen- und Suchtmittelkonsums Wirkung. Dennoch gibt es weiterhin Gruppen mit besonders hohem oder riskantem Konsum, die noch besser erreicht werden müssen.“

Der Tabakkonsum von Jugendlichen hat im Jahr 2011 einen erneuten Tiefststand erreicht. Die Zahl der rauchenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist 2011 auf unter 12 % gesunken. Auch beim regelmäßigen Alkoholkonsum Jugendlicher gibt es einen rückläufigen Trend (2001: 17,9 %; 2011: 14,2 %). Beim Cannabiskonsum geht der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener, die mindestens einmal im Leben Cannabis probiert haben, ebenfalls weiter zurück. Er fiel von 15,1 % im Jahr 2004 auf 6,7 % im Jahr 2011.

Dagegen ist das Rauschtrinken bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer noch weit verbreitet. Die alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen sind weiter gestiegen. Auch der regelmäßige Alkoholkonsum von jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) ist unverändert hoch und lag 2001 wie 2011 bei knapp 40 %.

Es zeigt sich zudem, dass das gewerbliche Glücksspiel bei Jugendlichen
(16-17 Jahre) und bei jungen Erwachsenen (18-20 Jahre) stark zugenommen hat. Dies ist mit einem höheren Suchtrisiko für diese Altersgruppe verbunden.

Zunehmend verbreitet ist auch der exzessive oder pathologische Computer-spiel- und Internetgebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Etwa 250.000 der 14- bis 24- Jährigen gelten als internetabhängig, 1,4 Mio. als problematische Internetnutzer.

„Wir müssen unsere Präventionsmaßnahmen gezielt auf Risikogruppen ausrichten. Prävention wirkt nur, wenn sie die betroffenen Menschen auch erreicht. Dazu brauchen wir passgenaue Hilfsangebote. Die Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik setzt dort an. Nun geht es darum, weitere Schritte zu ihrer Umsetzung auf den Weg zu bringen“, so die Drogenbeauftragte.

Ein Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Bereich der Computerspiel- und Internetsucht. „Wir möchten in diesem Bereich nicht nur die Datenlage durch Studien weiter verbessern”, so Dyckmans. „Es bedarf auch weiterer Anstrengungen zur besseren Aufklärung der Menschen über einen verantwortungsvollen Computer- und Internetgebrauch und zur Verbesserung der Hilfsangebote.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Spieler- und Jugendschutz beim Glücksspiel. Bei der Novellierung der Spielverordnung setze ich mich weiterhin für eine drastische Reduzierung der Anzahl der Automaten in Gaststätten ein. Ein weiteres Thema des kommenden Jahres wird auch die Gesundheit im Alter sein. Wir müssen Wege finden, wie ältere Menschen mit Suchtproblemen besser vom Suchthilfesystem erreicht werden.“

Hintergrund zum Drogen- und Suchtbericht 2012

Der Drogen- und Suchtbericht 2012 gibt einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich Drogen und Sucht des vergangenen Jahres auf nationaler und internationaler Ebene. Er berichtet zudem über aus-gewählte Projekte und Aktivitäten aus Ländern, Kommunen und Verbänden. Dieses Jahr würdigt der Drogen- und Suchtbericht mit seiner Rubrik „Vorgestellt“ das freiwillige bürgerschaftliche Engagement für die Suchtprävention.

Tabak (Nikotin)

 Substanz:
Die wirkaktiven Substanzen der Tabakpflanzen sind Nikotin (Alkaloid der Pflanze), das Kondensat (Teer) und Kohlenmonoxid. Andere Begleitstoffe sind u.a. Benzol, Cadmium, Nitrosamine, Cyanwasserstoff, Stickstoff, Blausäure. Das Nikotin hat eine anregende und zugleich beruhigende Wirkung auf das Nervensystem, welches auch für die suchterzeugende Wirkung des Rauchens verantwortlich ist. Etwa 60mg Nikotin, also 0,06g können für einen Menschen tödlich sein.

Zur Veranschaulichung der oft unterschätzten Giftigkeit des Nikotin ein Beispiel: Wenn ein Erwachsener 2 – 5 Zigaretten nacheinander schlucken würde, könnte das für ihn bereits tödlich sein. Tabak wird geraucht, geschnupft oder gekaut. Tabakblätter finden Anwendung in der Homöopathie, bei Epilepsie, Seekrankheit, Neuralgien und in China als Antiwurmmittel. Nikotin wird auch als Grundstoff von Pflanzenschutzmittel verwendet und ist dabei sehr giftig.

 Wirkung:
Nikotin führt in geringer Dosierung zur Anregung der Hirntätigkeit und kann vorübergehend Müdigkeit und Unlustgefühle beseitigen. In monotonen Situationen verhindert das Rauchen einer oder einiger Zigaretten ein Absinken der Leistung. Bei höherem Zigarettenverbrauch aber tritt die gegenteilige Wirkung auf: Nerven werden gelähmt, die Blutgefäße werden verengt, und die Durchblutung aller Organe beeinträchtigt. Neben der psychischen kann sich auch eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Entzugserscheinungen wie Magenschmerzen, Depressionen, Schlaflosigkeit oder Leistungsminderung bei Aufmerksamkeit erfordernder Aufgaben sind möglich.

 Gefahren:
Nikotin fördert die Verengung und Verkalkung der Blutgefäße und führt so zu Durchblutungsstörungen besonders der Herzkranzgefäße und der äußeren Gliedmaßen (Raucherbein) sowie zur Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz. In Folge können Herzschmerzen, Herzdruck, Herzrhythmusstörungen und Angstgefühle auftreten. Da Kohlenmonoxid auch die frühzeitige Verkalkung der Herzgefäße fördert, steigt auch das Infarktrisiko selbst bei jungen Rauchern. Es lähmt den Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege und Lunge mit der Folge chronischer Bronchitis und Lungenerkrankungen. Diese Gefahren bestehen durchaus auch für Passivraucher.

Außerdem sind im Tabakteer eine Reihe von krebserzeugenden Substanzen, die als Ursache für das bei Rauchern besonders häufige Auftreten von Lippen-, Kehlkopf-, Magen-, Nieren- und Lungenkrebs angesehen werden. Auch das regelmäßige Tabakkauen oder –schnupfen, das ebenfalls eine Nikotinzufuhr ermöglicht, ist hochgradig krebserregend, besonders an den Schleimhäuten und im Verdauungstrakt.

Safer use:
Personen mit Herz- Kreislaufproblemen sollten keinen bzw. kontrollierten Tabakkonsum genießen.
Auch diverse Lungen- und Atembeschwerden, Asthma sowie (chronische) Bronchitis sollten, wenn möglich, nicht durch den Tabakkonsum unterstützt werden.
Während der Schwangerschaft ist, zum Wohle des Kindes, ebenfalls vom “blauen Dunst” abzuraten.

Medikamenteneinnahme (z.B. Antibabypille) in Kombination mit hohem Tabakkonsum beeinträchtigt die Durchblutung in erheblichen Maße (Krampfaderbildung, Thrombosegefahr).

Geschichte:
Tabak, nicotiana tabacum (lat.), stammt ursprünglich aus Amerika, ebenso das Wissen um ihre Verwendung. In Europa wurde es durch die spanischen Eroberer seit dem 15 Jahrhundert bekannt.
Es gibt etwa 100 bekannte Arten, von denen sechs verarbeitet und konsumiert werden. Der in der Pflanze enthaltene Wirkstoff Nikotin, der nach seinem Entdecker Jean de Nicot benannt wurde, entsteht während der Wachstumsphase der Pflanze. Geerntet wird die ganze Tabakstaude oder nur die Blätter, denn aus der Pflanze werden sowohl das Blatt als auch der Samen verwendet.

Zunächst wurde Tabak als Heil- und Zierpflanze in Spanien angebaut. Er galt als Allheilmittel besonders bei offenen Wunden und Geschwüren, so hat Katharina von Medici Tabak zur Linderung von Kopfschmerzen geschnupft. Während des 16. Jahrhunderts breitete sich der Anbau von Spanien über Frankreich nach Italien, Österreich, die Schweiz und Deutschland aus. In der zweiten Jahrhunderthälfte kam erstmalig die Gewohnheit auf, den bislang geschnupften oder als Medikament verwendeten Tabak in Pfeifen zu rauchen. Englische Seeleute hatten dies bei den nordamerikanischen Indianer beobachtet und nach England gebracht. Hier wurde, von den Seestädten ausgehend, das Rauchen Ende des 16 Jh. Allgemeingut, aber schon 1604 erließ der englische König Jacob I. eine Schrift gegen das Rauchen und wies auf den unerträglichen Gestank und die gesundheitlichen Schäden hin. Außerdem belegte er erstmals den Tabakverkauf mit einer Steuer.

Karl I. von England führte 1625 ein staatliches Monopol ein, um damit dem Staat Einnahmen zu garantieren. Auch in Frankreich gab es sehr schnell eine staatliche Regelung für den Tabakverkauf. Zunächst wurde Tabak besteuert, dann wurde der öffentliche Verkauf verboten und 1635 konnte man ihn nur auf ärztliche Verordnung in Apotheken erwerben. Unter Ludwig XIV. wurde dieses Verbot wieder aufgehoben. In Deutschland verbreitete sich das Rauchen besonders im Laufe des Krieges 1618 – 1648 durch Söldner verschiedener Nationalitäten.

Die 1644 erschienene Schrift “Tabak, das Wunder-, Kunst- und Arzneimittel” zeigt, dass er auch in Deutschland angebaut wurde. Auch an Verordnungen mangelte es in Deutschland nicht. Man befürchtete u.a. Brandkatastrophen, die durch unachtsames Hantieren mit Pfeifen in eng bebauten Städten leicht entstehen konnten. So gab es Anfang des 18 Jh. Eine Reihe von Verordnungen, deren Einhaltung durch Androhung schwerer Strafen durchgesetzt wurde: Es durfte nur innerhalb von Stuben und Küchen geraucht werden, das “Tabak saufen” außerhalb gestatteter Orte wurde mit Geldstrafen belegt, ja teilweise gar unter Androhung der Todesstrafe zu vereiteln versucht.

Daneben gab es noch andere Argumente gegen das Rauchen, etwa religiöse Gründe, da der ungewohnte Anblick von aus Mund und Nase quellendem Rauch mit Bildern der Hölle und des Teufels in Verbindung gebracht wurde. In Frankreich wurde Ende des 18. Jh. der übermäßige Tabakgenuß für ein vermindertes Wachstum der männlichen Bevölkerung verantwortlich gemacht, da viele junge Männer das niedrigste Militärmaß von 1,54m nicht erreichten. Allen Bedenken zum Trotz war Tabak überall eine willkommene Geldquelle. Entweder hatten Königshäuser das Handelsmonopol oder es wurde verpachtet. Die heute noch benutzten Steuerbanderolen gibt es seit 1905.

Parallel zum Rauchen von Tabak in Tonpfeifen breitete sich das Schnupfen von gemahlenem Tabak aus. Wie schon beim Pfeifenrauchen stand auch das Schnupfen in dem Ruf, gesund zu sein. Dem Tabakrauch wurden heilsame Eigenschaften zugeschrieben, er sollte den Geist stimulieren und Wohlbefinden hervorrufen. Das Schnupfen sollte den Magen reinigen, Zahnweh und Läuse vertreiben, vor Pest schützen und Geschwüre heilen. Geschnupft wurde zunächst in Spanien, vor allem bei Hofe. Von dort verbreitete sich die Sitte über Frankreich in der europäischen Oberschicht, ihre Blütezeit erreichte sie im 18. Jh..
Das Schnupfen war zwar nicht auf die Oberschicht beschränkt, dort war es jedoch zusammen mit dem entsprechenden Zeremoniell ein Statussymbol. Das Schnupfen erforderte – richtig gemacht – eine komplizierte Abfolge von 14 Schritten. Die Bewegungsabfolge wurde gelehrt wie Fechten oder Tanzen. Zudem gehörten kostbare Schnupftabakdosen, sogenannte Tabatieren, nicht nur zum guten Ton, sondern dienten auch als repräsentative Staatsgeschenke. Eine Tabatiere war fester Bestandteil des Rokoko-Kostüms. Dazu gehörte weiter ein Schnupftuch, das in dieser Zeit ebenfalls zum künstlerisch ausgestatteten Dekorationsstück wurde.

Auch die Pfeife machte im Laufe ihrer Benutzungsgeschichte eine Wandlung vom bloßen Rauchgerät zum repräsentativen Objekt durch. Im 17.Jh. wurden hauptsächlich weiße Tonpfeifen benutzt, die bereits Mitte des 18.Jh. billige Rauchgegenstände geworden waren und größtenteils aus den Niederlanden importiert wurden. Teurer und eleganter waren Meerschaumpfeifen oder Pfeifen aus Porzellan und Holz. Im Laufe des 19. Jh. verlor die einfache Tonpfeife an Bedeutung. Zigarren kamen auf und Tonpfeifen, vorzugsweise noch von der ländlichen Bevölkerung verwendet, verschwanden allmählich oder wurden nur noch für den Export nach Übersee hergestellt. Die Sitte, Tabak in Form von Zigarren zu rauchen, verbreitete sich in Europa im Zuge der Napoleonischen Kriege. Die erste Zigarrenmanufaktur wurde 1788 in Hamburg gegründet. Allerdings hat sich die Zigarre erst einige Jahrzehnte später durchgesetzt. Sie geriet in Mode und gewann im Zuge der Revolution von 1848/49 politischen Symbolcharakter. Bis dahin war das Rauchen in Preußen an vielen Orten, wie öffentlichen Plätzen, Straßen und überall, wo mutmaßlich oder tatsächlich Feuergefahr bestand, verboten gewesen. Nur bei Choleraepidemien durfte ausnahmsweise im Freien geraucht werden. Gegen dieses Rauchverbot wurde häufig Beschwerde eingelegt. Seine Streichung wurde zur politischen Forderung, die 1848 mit der Aufhebung des Rauchverbots im Freien erfüllt wurde.

Seit den 1870er Jahren gab es die ersten Zigarettenfabriken in Deutschland. Wie zuvor die Zigarre wurde nun die Zigarette Symbol für modernes Leben, für Aufmüpfigkeit oder auch Emanzipation. Häufiger Werbeträger in der aufkommenden Plakatwerbung waren verwegene Frauen, die rauchten und z.B. Auto fuhren. Zumindest im bürgerlichen Milieu gehörte es jedoch nicht zum guten Ton, daß Frauen rauchten. Die rauchende Frau war häufiges Sujet in Karikaturen, mit denen man die schüchternen Anfänge der Emanzipation verunglimpfte. Um 1920 wurde die Zigarette dann zum Accessoire der “neuen Frau” und war, nicht zuletzt dank prominenter Identifikationsfiguren wie Marlene Dietrich, weitherum hoch geschätzt. Bis heute wird im Film das Rauchen eingesetzt, um Menschen besonders zu charakterisieren: Frauen als verrucht oder besonders stark, Männer als zwielichtig oder speziell gefordert.

Seit ihrem Aufkommen ist der Zigarette immer wieder besondere Symbolfunktion zugekommen: in den zahlreichen Kriegen unseres Jahrhunderts ebenso wie als “Ersatzwährung” in der ersten Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als Zeichen der Selbständigkeit und des Erwachsenwerdens, als Symbol von Hektik und schnellem Konsum ebenso wie von Muße und Gelassenheit. Kaum ein anderes Genußmittel hat zudem gesundheitliche Fragen im selben Maße auf sich gebündelt – in unserem Jahrhundert beispielsweise diejenigen nach Giftstoffen und nach der krebsverursachenden Wirkung von Nikotin und Rauchen. Immer wieder wurde diesen Bedenken gegen das Rauchen durch jeweils neue Entwicklungen zu begegnen versucht: Von den giftfreien “Gesundheitszigaretten” der Jahrhundertwende über die Filterzigarette in den 50er Jahren und die Light-Varianten der 80er bis hin zum neuesten Angebot einer völlig chemiefreien Zigarette.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!
Der EG-Gesundheitsminister: Rauchen verursacht Herz- und Gefäßkrankheiten.

BeSmart - Don't Start

Be Smart – Don’t Start

Für Schülerinnen und Schüler ab der sechsten Klasse findet jedes Jahr von November bis April der Schüler-Nichtraucherwettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ statt. Der Wettbewerb wirbt dafür, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Die Teilnahme macht “Nichtrauchen” zum Thema in der Schule und richtet sich an die Klassen, in denen noch nicht geraucht wird oder nur maximal zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler rauchen. Für Klassen, die es schaffen bis zum Ende durchzuhalten, gibt es die Chance, einen der Preise aus der Verlosung zu gewinnen. Die Teilnahme an Be Smart ist eine sehr einfache und wenig aufwändige Möglichkeit, suchtpräventiv zu arbeiten.

Effekte:

Die Effekte auf das Rauchverhalten durch eine Teilnahme an „Be Smart“ ist mehrmals aufwändig evaluiert worden. In Vergleichsstudien mit Kontrollgruppen, die nicht am Wettbewerb teilnahmen, war die Raucherquote in Be-Smart-Klassen um etwa fünf Prozent geringer, außerdem wurden positive Auswirkungen auf das Klassenklima berichtet. Nach etwa einem Jahr sind die Effekte allerdings wieder ausgeglichen. Be Smart allein wirkt sich also nicht nachhaltig auf das Rauchverhalten aus, sondern die Teilnahme sollte wiederholt erfolgen und durch umfassendere suchtpräventive Angebote ergänzt werden.

Zeitaufwand:

Planung: Bestandsaufnahme und Diskussion über das Rauchverhalten der Schülerinnen und Schüler und Beschluss der Klasse, am Wettbewerb teilzunehmen (etwa eine Schulstunde, bei wiederholter Teilnahme entsprechend weniger).

Durchführung: Monatlich anonyme Befragung der Schülerinnen und Schüler auf einem mitgelieferten Arbeitsblatt (ca. fünf Minuten, kann zu Beginn einer Klassenlehrerstunde oder in einer Pause erfolgen), Versenden einer Rückmeldekarte an die Organisatoren.

Kosten:

Die Kosten für die Teilnahme werden vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) übernommen, es fallen lediglich Portokosten für die Rückmeldekarten an (Bestätigung ist auch im Internet möglich).

Nähere Informationen:

Alle Infos finden sich unter www.besmart.info oder bei uns.

Lehrkräfte-Beratung

Zur Unterstützung der Vorbereitung des Schuljahrs und zu einzelnen Stunden beraten wir Lehrkräfte. Dabei vermitteln wir  eine Vielzahl interaktiver Methoden und stellen Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Die Beratung ist kostenfrei.

Bei Interesse, bitte vereinbaren Sie einen Termin.

Lehrkräfte, die nicht den Weg zu uns finden, können sich Methoden z.B. über den Bezug der Methodenordner des Programms ALF selbst aneignen.

Das Programm Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten (ALF) wurde in den 1990er Jahren vom IFT München entwickelt und evaluiert und ist in ganz Deutschland verbreitet.

Inhalte:

Im fünften Schuljahr geht es bei ALF um Wirkungen und Risiken des Tabak- und Alkoholkonsums. Dabei werden insbesondere das Ablehnen von Konsumangeboten und das Widerstehen von Gruppendruck geübt. Im sechsten Schuljahr wird die kritische Einstellung vertieft, indem Vor- und Nachteile des Konsums diskutiert und die Möglichkeit negativer Konsequenzen verdeutlicht werden.

Methode:

Die Unterrichtsstunden werden von den Lehrkräften unter Einsatz von im Manual vorgegebenen interaktiven Methoden selbständig durchgeführt.

Effekte:

In der Evaluation rauchten am Ende der fünften Klasse nur etwa halb so viele der Schülerinnen und Schüler wie in anderen Klassen regelmäßig. In der Hauptschule waren am Ende des sechsten Schuljahres nur etwa halb so viele Schülerinnen und Schüler betrunken gewesen.

Zeitaufwand:

  • Fünfte Klasse: Zwölf Unterrichtseinheiten à 90 Min.
  • Sechste Klasse: Acht Unterrichtseinheiten à 90 Min.

Für die durchführenden Lehrerinnen und Lehrer: ca. 30 Min. bis eine Stunde Vorbereitungszeit pro selbständig durchgeführter Unterrichtseinheit; zusätzlich evtl. Zeit für Organisation und Absprachen mit der Schulleitung und anderen Lehrkräften.

Kosten:

Manual für Lehrkräfte: je ca. € 25,- pro Schuljahr

Manual:

Walden/Kutza/Kröger/Kirmes: ALF – Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten.
Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler

  • Programm für Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse mit Informationen zu Nikotin und Alkohol, 2000, Ringbuch (2. Auflage, 139 S.), ISBN 3-89676-215-X, Preis inkl. Versand € 25,20
  • Programm für Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse mit Unterrichtseinheiten zu Nikotin und Alkohol, 2000, Ringbuch (86 S.), ISBN 3-89676-214-1, Preis inkl. Versand € 21,60

Beide Manuale können direkt beim Schneider Verlag bestellt werden:
E-mail: schneider-verlag-hohengehren@t-online.de
Fon 07153 – 41206, Fax 07153 – 48761

Die Manuale können auch in der Suchtpräventionsfachstelle Chill out eingesehen werden (wir bitten um vorherige Kontaktaufnahme!).

 

Klasse 2000

Klasse 2000 wurde in den 1990er Jahren entwickelt, ist mehrfach ausgezeichnet und in ganz Deutschland verbreitet.

Inhalte:

In den ersten drei Schuljahren geht es nicht um substanzspezifische Inhalte, sondern ausschließlich unspezifisch um Körperprozesse, Förderung der sozialen Kompetenz und des Selbstwertgefühls und Schaffung eines gesundheitsfördernden Umfelds. Im vierten Schuljahr liegt ein Schwerpunkt auf Tabak und Alkohol: Es werden Werbung und Meinungen Erwachsener hinterfragt, Informationen vermittelt und Argumente für einen Verzicht gefördert. Am Ende steht ein Vertrag, in dem sich die Schülerinnen und Schüler verpflichten, (mindestens) bis zum 16. Lebensjahr Nichtraucher/in bzw. alkoholabstinent zu bleiben. Eltern sind in dem Programm einbezogen.

Methode:

Die Unterrichtsstunden werden von den Lehrkräften (meist der/die Klassenlehrer/in) bzw. durch speziell geschulte Gesundheitsförderer unter Einsatz vorgegebener interaktiver Methoden selbständig durchgeführt.

Effekte:

In der Evaluation hatten am Ende der vierten Klasse deutlich weniger Schülerinnen und Schüler Erfahrungen mit Tabakkonsum (25% gegenüber 32%). Klasse 2000 wirkt sich in der Regel besonders positiv auf das Klassenklima aus.

Zeitaufwand:

13 bis 15 Unterrichtseinheiten pro Schuljahr, davon zehn bis zwölf Unterrichtseinheiten selbständig von den Lehrern durchgeführt. Drei Unterrichtseinheiten werden von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern des Programms Klasse 2000 durchgeführt.

Die Vorbereitungszeit beträgt ca. eine Std. pro selbständig durchgeführter Unterrichtseinheit; zusätzlich muss mit Zeit für Organisation und Absprachen mit den professionellen Gesundheitsförderern und zur Versendung von Elternbriefen (zur Einbeziehung der Eltern) gerechnet werden.

Kosten:

€ 240,- pro Schuljahr pro Klasse für die Materialien und Durchführung der von den externen Gesundheitsförderern durchgeführten Einheiten (auf vier Schuljahre € 960,-/Klasse). Die Finanzierung erfolgt durch eine Patenschaft von Einzelpersonen oder Organisationen, die in der Regel von der Klasse bzw. Schule selbständig gefunden werden muss.

Nähere Informationen:

Franziska Micke
Fon 0331 – 2879 1258
oder unter www.klasse2000.de