„Jeder fünfte Zehntklässler hat probiert“

„Jeder fünfte Zehntklässler hat probiert“

PNN, 26.06.2013
Herr Schmolke, wie verbreitet ist der regelmäßige Konsum von illegalen Drogen unter Jugendlichen?

Überwiegend wird von den Jugendlichen Cannabis in unterschiedlichen Formen konsumiert. Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten ist über lange Jahre stabil zwischen zwei und drei Prozent. Größere Schwankungen gibt es hingegen beim sogenannten Probierkonsum. Der ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Nach der letzten Schülerbefragung haben knapp 20 Prozent der Potsdamer in der 10. Klasse schon einmal Cannabis probiert.

Wie sieht es mit anderen Drogen aus?

Solche Fälle gibt es natürlich auch. Das wissen wir aus der Beratung. Allerdings sind sie so selten, dass man den Konsum kaum statistisch erfassen kann. Und der Konsum bei jungen Erwachsenen ist kaum untersucht.

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Bei Anruf Rauschgift

Ein 31-jähriger Drewitzer soll einem 15-Jährigen regelmäßig Drogen verkauft haben. Nun steht er vor Gericht. 2012 gab es in Potsdam 301 Drogendelikte

PNN, 26.06.2013

Es war so einfach für Fabian F.*: Ein Anruf in der Drewitzer Wohnung des vermeintlichen Dealers genügte und der 15-Jährige wurde mit Stoff versorgt. Zwischen Januar und September 2012 soll der vorbestrafte Ronny R.* dem Jugendlichen fast täglich Cannabis und Speed zum Grammpreis von je zehn Euro verkauft haben – insgesamt 180 Mal. Derzeit muss sich der Hartz-IV-Empfänger wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Landgericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihm mindestens vier Jahre Haft.

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Lehrkräfte-Fortbildungen

Unsere Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen befähigen zur eigenständigen Umsetzung von Unterstützungsleistungen für die Schüler_innen, um Reflexionsfähigkeit und Selbstverantwortung zu entwickeln. Dabei spielen auch rechtliche Aspekte eine Rolle. Alle Fortbildungsmodule sind interaktiv ausgerichtet.

1. „Was ich wissen muss!“ Basiswissen Konsum und Sucht.

  • Motiv, Rolle, Funktion und Bedeutung von (Drogen)Konsum

  • Stoffkunde und Suchtformen (Substanzen und Verhaltenssüchte; Signale und Risikofaktoren; Erkennen von Konsum; Genuss, Missbrauch, Sucht).

  • Rechte und Pflichten im Umgang bei (Verdacht auf) Konsum oder Abhängigkeit von legalen und illegalen Substanzen.

  • Gesprächsführung und Kommunikation.

2. „Was wirkt?“ Gute Suchtprävention in der Schule.

  • Menschenbild, Haltung, Methodik und Didaktik moderner Suchtprävention.

  • Systematische Verankerung von Suchtprävention im Schulkonzept.

  • Projektplanung und Qualitätsmanagement in der schulischen Praxis.

3. „Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.“ Ein Seminar für Gestresste.

  • Aspekte der Gesundheitsförderung und Suchtprävention bei Lehrkräften.

  • Persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

  • Ressourcen und Grenzen von Lehrkräften für die Intervention.

4. „Süchtige Eltern – süchtige Kinder?“ Unterstützungsmöglichkeiten
für besondere Zielgruppen.

  • Psychische Belastungen, Substanzkonsum und Suchtgefährdung

  • Ursachen, Risiko- und Schutzfaktoren

  • Reaktions-, Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten

Zeitumfang: 3 Zeitstunden bis Tagesveranstaltungen (zum Beispiel als SchiLF-Veranstaltung) je nach Modul- bzw. Themenzusammenstellung.

Kostenbeteiligung: nach Absprache (Orientierung: € 50,- pro Zeitstunde)

Aufbaumodule/Zertifikatskurs: Wir bieten auch systematisch aufeinander aufbauende Fortbildungsmodule an. Bitte sprechen Sie uns an!

Anhörung zu Methamphetamin, Cannabis und Legal Highs im Deutschen Bundestag

Zum drogenpolitischen im Umgang mit Methamphetamin (Crystal), Cannabis und sogenannten Legal Highs fand am 17. April eine Anhörung im Gesundheitsausschuss des  Deutschen Bundestags statt.

Informationen finden sich unter anderem auf bundestag.de

Die Stellungnahmen zur Anhörung finden sich hier.

Hitler-Speed und Räuchermischung
SPD-Antrag zur Drogenprävention empört Experten

Neues Deutschland, 18.04.2013
Von Fabian Lambeck

Hoch her ging es am Mittwoch während einer Bundestagsanhörung zur Drogenpolitik. Ein Experte war extra angereist, um sich über den Missbrauch seiner Studie durch die SPD zu beschweren. Zudem beklatschten Zuschauer die Äußerungen eines US-amerikanischen Drogenfachmanns.

»Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint«, sagte Kurt Tucholsky einmal. Die Bundestagsfraktion der SPD führte sicher nichts Böses im Schilde, als sie ihren Antrag ausarbeitete. Die Genossen wollen den Konsum von Methamphetaminen durch Prävention eindämmen und neue synthetische Drogen, sogenannte Legal Highs, europaweit effizienter bekämpfen. Dabei berief sich die Fraktion auf eine Studie des Frankfurter Drogenexperten Bernd Werse. Dieser wiederum war schwer empört, als er hörte und las, wozu seine Forschungsergebnisse benutzt werden.

Und so kam Werse auch zur gestrigen Anhörung des Gesundheitsausschusses, bei der jener SPD-Antrag von Fachleuten diskutiert wurde. Ihm war die Empörung noch anzumerken, als er sich zu Nachfragen des LINKEN-Abgeordneten Frank Tempel äußerte: »Unsere Studie zu den Legal Highs hat nichts mit Crystal Meth zu tun«, so Werse. Dazu seien beide Drogen zu verschieden. Die SPD hatte aber beide in einen Topf geworfen. Bei Legal Highs handelt es sich nicht um eine bestimmte Substanz. Vielmehr verbergen sich hinter dieser Sammelbezeichnung so grundverschiedene Dinge wie Räuchermischungen, synthetische Stoffe oder Herbal Highs, die aus Pflanzenteilen und Chemie bestehen. Auch hinsichtlich ihrer Wirkung ähneln sie sich nicht. Die einen wirken beruhigend, andere aufputschend und viele auch gar nicht. Todesfälle seien bislang nicht bekannt, so Werse in seiner Stellungnahme.

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Synthetische Drogen breiten sich in Europa aus

Synthetische Drogen breiten sich aus – über 50 neue in Europa

Berlin (dpa) – Cannabis bleibt die meistkonsumierte illegale Droge. Auf dem Vormarsch ist aber vor allem synthetischer Stoff – mehr als 50 neue Substanzen wurden in diesem Jahr in Europa entdeckt. Experten warnen vor unkontrollierbaren gesundheitlichen Risiken.

MAZ, 15.11.2012

Synthetische Drogen breiten sich in Deutschland und Europa weiter aus. 28 neue Stoffe wurden in diesem Jahr in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt, europaweit mehr als 50 neue Drogen entdeckt. Das geht aus den deutschen und europäischen Jahresberichten der Beobachtungsstellen für Drogen und Drogensucht hervor. „Wichtig ist, dass Konsumenten sich bewusst machen, dass es sich um ganz gefährliche Substanzen handelt, weil man nie genau weiß, was drin ist“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), in Berlin.

Experten warnen vor den unkontrollierbaren Risiken der Substanzen, die oft aus Asien kommen und über das Internet vertrieben werden. „Das sind häufig nicht völlig neue Substanzen, sondern das sind Stoffe, die als Forschungschemikalien entwickelt wurden, allerdings nie zum menschlichen Konsum“, sagte Roland Simon von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Die langfristigen Konsequenzen des Konsums seien überhaupt nicht absehbar, betonte Tim Pfeiffer-Gerschel von der Deutschen Stelle.

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DROGENSTATISTIK DER BUNDESREGIERUNG:
Synthetische Drogen auf dem Vormarsch

PNN, 15.11.2012

Am Donnerstag ist die Drogenstatistik der Bundesregierung vorgestellt worden – und sie weist eine eindeutige Zunahme in bestimmten Bereichen aus. Gleichzeitig warnte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans ausdrücklich vor einer Verharmlosung des Kiffens – und wandte sich damit gegen Stimmen aus der eigenen Partei.

In ambulanten Einrichtungen sind im vergangenen Jahr mehr als 60.000 mal Menschen nach dem Konsum illegaler Drogen behandelt worden. Dies ist so viel wie im Jahr zuvor, jedoch ist die Zahl der Behandelten über einen längeren Zeitraum stark angestiegen, wie aus einer am Donnerstag von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, präsentierten Statistik hervorgeht. 2007 waren nur 40.000 Menschen behandelt worden, nachdem sie etwa Aufputschmittel, Heroin, Cannabis oder berauschende Pilze zu sich nahmen.

Vor allem Konsumenten von Aufputschmitteln („Stimulanzien“) wie Amphetamine beschäftigen die Ärzte zunehmend. So gingen 2007 weniger als sieben Prozent der Behandlungen auf diese Patienten zurück, 2011 schon mehr als zehn Prozent. Der Anteil der ambulant erstbehandelten Konsumenten von Aufputschmitteln lag bei 15 Prozent.

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Zusatzstoffe verstärken das Gesundheitsrisiko von Zigaretten

Die Tabakindustrie verwendet zahlreiche Zusatzstoffe, um unerwünschte Wirkungen, zu denen es beim Inhalieren von Tabakrauch kommt, zu unterdrücken und damit die Attraktivität von Zigaretten zu steigern.

Einige Zusatzstoffe überdecken den bitteren und scharfen Geruch und Geschmack des inhalierten Rauchs. Andere verringern seine atemwegreizende Wirkung, wodurch das Warnsignal des Körpers, dass der Rauch schädlich ist, beseitigt wird. Wieder andere färben Asche und Rauch weiß oder verbessern das Aussehen der Zigarette. Darüber informiert das Projekt PITOC (Public Information on Tobacco Control), an dem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beteiligt ist.

Das Projekt hat eine Internetseite entwickelt, in der Informationen über die Funktionsweise von vierzehn ausgewählten Zusatzstoffen und deren Wirkung auf die Gesundheit (z.B. Zucker, Lakritz, Kakao, Menthol, Vanille, Zellulose und Glyzerin zu finden sind.

Zur Informationsseite über Tabak-Zusatzstoffe auf dkfz.de: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/PITOC_Zusatzstoffe_in_Tabakprodukten.html

Mehr zum PITOC-Projekt auch auf dkfz.de: http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2012/dkfz-pm-12-44-Zusatzstoffe-verstaerken-das-Gesundheitsrisiko-von-Zigaretten.php

„Legal Highs“ risikoreicher als vermutet

„Legal Highs“ enthalten teilweise deutlich risikoreichere Substanzen, als ihre Bezeichnung und ihr Erscheinungsbild vermuten lassen.

Dies zeigte die 1. Internationale Konferenz zur „Spice“-Prävention, die am 28.09.2012 in Frankfurt/Main stattfand. Die Konferenz fand im Rahmen eines europäischen Projekts zu synthetischen Cannabinoiden statt, das von der Europäischen Kommission, dem Bundesgesundheitsministerium und dem Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main finanziell gefördert wird.

Bei „Legal Highs“ oder auch „Research Chemicals“ handelt es sich um Produkte mit psychoaktiver Wirkung, die in ihrer Wirkung mit herkömmlichen Drogen vergleichbar sind. Sie enthalten synthetische Substanzen, die zumeist nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind. Eine Besonderheit ist die stetig zunehmende Anzahl neu auftauchender psychoaktiver Substanzen und die Verbreitung dieser Drogen über Internethändler. Zudem sind viele dieser Stoffe nicht mit herkömmlichen Drogentests nachweisbar. „Legal Highs“ werden auch als „Badesalze“ oder „Räuchermischungen“ verkauft.

Einige der in „Legal Highs“ gefundenen synthetischen Cannabinoide weisen deutlich unangenehmere und stärkere akute Nebenwirkungen als Cannabis selbst auf.

Gleichzeitig muss von einem erhöhten und schwerwiegenderen Überdosierungsrisiko ausgegangen werden, auch die Gefahr einer Abhängigkeit wird als mindestens so hoch wie bei der natürlichen Droge Cannabis eingeschätzt.

Analyseergebnisse von Legal-High-Proben finden sich im Internet unter

http://www.legal-high-inhaltsstoffe.de

Mehr Infos und Vorträge der Konferenz (leider nur Englisch):

http://www.uniklinik-freiburg.de/rechtsmedizin/live/SpiceConference.html