Synthetische Drogen breiten sich in Europa aus

Synthetische Drogen breiten sich aus – über 50 neue in Europa

Berlin (dpa) – Cannabis bleibt die meistkonsumierte illegale Droge. Auf dem Vormarsch ist aber vor allem synthetischer Stoff – mehr als 50 neue Substanzen wurden in diesem Jahr in Europa entdeckt. Experten warnen vor unkontrollierbaren gesundheitlichen Risiken.

MAZ, 15.11.2012

Synthetische Drogen breiten sich in Deutschland und Europa weiter aus. 28 neue Stoffe wurden in diesem Jahr in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt, europaweit mehr als 50 neue Drogen entdeckt. Das geht aus den deutschen und europäischen Jahresberichten der Beobachtungsstellen für Drogen und Drogensucht hervor. “Wichtig ist, dass Konsumenten sich bewusst machen, dass es sich um ganz gefährliche Substanzen handelt, weil man nie genau weiß, was drin ist”, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), in Berlin.

Experten warnen vor den unkontrollierbaren Risiken der Substanzen, die oft aus Asien kommen und über das Internet vertrieben werden. “Das sind häufig nicht völlig neue Substanzen, sondern das sind Stoffe, die als Forschungschemikalien entwickelt wurden, allerdings nie zum menschlichen Konsum”, sagte Roland Simon von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Die langfristigen Konsequenzen des Konsums seien überhaupt nicht absehbar, betonte Tim Pfeiffer-Gerschel von der Deutschen Stelle.

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DROGENSTATISTIK DER BUNDESREGIERUNG:
Synthetische Drogen auf dem Vormarsch

PNN, 15.11.2012

Am Donnerstag ist die Drogenstatistik der Bundesregierung vorgestellt worden – und sie weist eine eindeutige Zunahme in bestimmten Bereichen aus. Gleichzeitig warnte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans ausdrücklich vor einer Verharmlosung des Kiffens – und wandte sich damit gegen Stimmen aus der eigenen Partei.

In ambulanten Einrichtungen sind im vergangenen Jahr mehr als 60.000 mal Menschen nach dem Konsum illegaler Drogen behandelt worden. Dies ist so viel wie im Jahr zuvor, jedoch ist die Zahl der Behandelten über einen längeren Zeitraum stark angestiegen, wie aus einer am Donnerstag von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, präsentierten Statistik hervorgeht. 2007 waren nur 40.000 Menschen behandelt worden, nachdem sie etwa Aufputschmittel, Heroin, Cannabis oder berauschende Pilze zu sich nahmen.

Vor allem Konsumenten von Aufputschmitteln („Stimulanzien“) wie Amphetamine beschäftigen die Ärzte zunehmend. So gingen 2007 weniger als sieben Prozent der Behandlungen auf diese Patienten zurück, 2011 schon mehr als zehn Prozent. Der Anteil der ambulant erstbehandelten Konsumenten von Aufputschmitteln lag bei 15 Prozent.

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Pilze

 Szenenamen:
Magic Mushrooms, Mushrooms, Schrooms, Kahlköpfe, Narrenschwärme, Psilos, Zauberpilze

 Substanz:
Die bekannteste, auch im europäischen Raum vorkommende Pilzart mit psychoaktiver Wirkung ist pcilocybe semilanceata (Spitzkegliger Kahlkopf). Als Wirkstoffe enthalten die Zauberpilze die beiden psychoaktiven Verbindungen Pcilocybin und Psilocin. Er weist in Europa zwar überwiegend eine atlantische Verbreitung auf, kommt in unseren Breiten aber auch vor allem auf gedüngten Wiesen vor. Der Wirkstoffgehalt unterliegt starken Schwankungen und liegt bei getrockneten Pilzen, abhängig von der Pilzart, bei etwa 0,1 bis 2 % (Trockengewicht). Die übliche Dosis liegt bei ca. 10 bis 20 mg Pcilocybin – dies entspricht ca. 1 g getrockneter bzw. 5-10 g frischer Pilze.

 Wirkung:
Zauberpilze sind keine typischen Partydrogen, besonders in engen Räumen und in einer Menschenmenge können  unangenehme Gefühle der Bedrängnis auftreten. Angenehme Gefühlsfärbungen und beeindruckende halluzinogene Erscheinungen entfalten sie vor allem in der Natur. Zumeist entsteht etwa 20 bis 30 Minuten nach der Einnahme ein angenehmes Wärmegefühl. Besonders anfangs kann es zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Ein voller Magen verträgt sich nicht mit einem Pilztrip ! Auch Muskelschwäche, „Ameisenlaufen“ oder ein taubes Gefühl auf der Haut können auftreten. Puls und Blutdruck schwanken leicht, die Pupillen erweitern sich. Ganz besonders werden die Sinneseindrücke verzerrt und verstärkt. Farben und Töne werden viel intensiver erlebt, ebenso Berührungen, weshalb der Pilz auch als Aphrodisiakum gebraucht wird.
Besonders bei hoher Dosierung können mystische Erlebnisse auftreten. Das Erleben der Einheit mit der Natur oder dem Universum können unvergeßlich bleiben. So mystisch-euphorisch die Pilzwirkung auf der einen Seite ausfallen kann, so furchterregend kann sie werden, wenn die Kontrolle entgleitet. Angst und all die Leichen im Keller der eigenen Seele können sich bis zur Unerträglichkeit verstärken – nackte Panik regiert. Unerfahrene Benutzer verfallen bei aufkommendem Unwohlsein leicht in Angst -„Hilfe, ich habe mich vergiftet !“- Dies verstärkt der Pilz gnadenlos.

 Gefahren:
Durch den Konsum psychoaktiver Pilze in üblicher Dosis aufgetretene Organschädigungen wurden bisher nicht nachgewiesen. Allerdings kann Pcilocybin neben Atembeschwerden, Blutdruck- und Pulsveränderungen in Einzelfällen auch zu einer gefährlichen Erhöhung der Körpertemperatur führen. Wer dann auf Party einen Tanzmarathon einlegt, läßt seinen Körper durch übermäßige Schweißproduktion austrocknen, ein Hitzschlag wäre die unweigerliche Folge.
Wer psychische Probleme hat und glaubt, diese durch einen Pilztrip zu lösen, wird meist restlos enttäuscht und erlebt maßlose Schwierigkeiten. Halluzinogene, eben auch Zauberpilze, bergen eine weitere nicht allzu häufige, aber reale Gefahr: Manche Leute tragen eine Psychose in sich, die auch durch entsprechenden Pilzkonsum zum Ausbruch gebracht werden kann. Schließlich sei vor allem auf das generelle Risiko bei selbstgesammelten Pilzen hingewiesen !

Safer use:
Ein risikofreier Gebrauch von halluzinogenen Pilzen ist niemals möglich.
Wenn du trotzdem nicht auf den Konsum verzichten möchtest, solltest du folgende Minimalregeln unbedingt beachten: Pilze nicht konsumieren, wenn du schlecht drauf bist, wenn du dich unwohl fühlst und vor allem wenn du Angst vor der Wirkung hast.
Den “Pilztrip“ niemals allein unternehmen, sondern mit Menschen, denen du vertraust und die dir im Ernstfall auf Grund eigener Erfahrungen helfen können.
Mischkonsum z.B. mit Ecstasy, Speed u.a. vermeiden, da dies ein unkalkulierbares Risiko birgt.
Wenn sich nach 30 bis 60 Minuten nach Einnahme noch keine Wirkung zeigt, nicht gleich weitere Pilze nachwerfen;
bei vollem Magen kann sich das Einsetzen der Wirkung bis zu 2 Stunden verzögern.
Niedrig dosieren und immer einen Pilz aufbewahren, damit bei einer Vergiftung der Arzt sofortige Hilfe leisten kann.
Der Pilztrip sollte – wenn überhaupt – eine Ausnahme sein.
Es ist wichtig, lange Pausen einzuhalten.

 1.Hilfe:
Siehst Du, dass jemand auf einem “bad trip” mit Pilzen ist, einen Panikanfall bekommt oder gar kollabiert, dann bringe die Person an einen ruhigen Ort (frische Luft). Ruhe ist jetzt zunächst das Allerwichtigste. Du kannst auch beruhigend auf die Person einwirken, zum Beispiel, indem Du Körperkontakt hältst und ihr mit einfühlsamer Stimme versicherst, dass “alles wieder gut” wird. Versuche, die Person auf positive Gedanken zu bringen. Sollte sich der Zustand extrem verschlimmern, dann rufe einen Notarzt (Telefon: 112) und kläre ihn über die Situation (konsumierte Drogen) auf. Ärzte sind an ihre Schweigepflicht gebunden.

Geschichte:
Pilze, von den Urvölkern zumeist bei spirituellen Zeremonien verwendet, zählen wohl zu den ältesten Drogen der Menschheit. Im vorspanischen Mexiko wurden sie „heilige Pilze“ oder „teonanácatl“ genannt, was soviel wie „Fleisch der Götter“ bedeutet. Das altgermanische Bier enthielt abweichend vom späteren bayrischen Reinheitsgebot neben etwa 2% Alkohol zudem als psychoaktive Substanzen Bilsenkraut, Taumellolch und Zauberpilze.
Noch im Mittelalter wurden Pilzen bei uns mystische und dämonische Kräfte zugewiesen, an denen in anderen Kulturkreisen, wie bei verschiedenen Stämmen in Sibirien (Fliegenpilz) und Südostasien sowie Indianern Zentralmexikos bis in die heutige Zeit hinein festgehalten wird. Letztere benutzen die Pilze nur zu besonderen Anlässen (stets nach Sonnenuntergang) wie z.B. spirituellen Sitzungen, zur Befragung über das Schicksal eines Kranken oder zu Opferritualen. Die Erforschung ihrer religiös-spirituellen Verwendung haben wir weitgehend dem Ehepaar Wasson zu verdanken, die die „Zauberkraft“ 1955 bei einem Pilzritual in Mittelmexiko für die „zivilisierte“ Welt neu entdeckten.
Die Gattungs- u. Artbestimmung erfolgte 1956/57 durch die Mykologen R. Heim und R. Singer. Die Isolierung und Identifizierung der psychoaktiven Substanzen gelang schließlich 1958 Albert Hoffmann, dem Entdecker des LSD, bei der Firma Sandoz AG in Basel, er nannte sie Pcilocybin und Pcilocin. Anfang der 60er Jahre wurde dann Psilocybin in den USA und später auch weltweit als Medikament in der Psychoanalyse und Psychotherapie eingesetzt.
Die Popularisierung der wissenschaftlichen Ergebnisse und Berichte über das Vorkommen rauscherzeugender Pilze („magic mushrooms“) lösten in der Hippie- und Protestbewegung in den USA eine neue Welle der Pilzbegeisterung aus. Auch in Südamerika, Australien und Europa wurde die Verwendung der Pilze als Droge gerade bei finanziell weniger Betuchten beliebt. Als bekannteste Ziele bei Pilzreisen gelten hierbei Südostmexiko, Koidakanal in Südindien, Pokhara in Nepal, die Inseln Ko Samui und Ko Phangan in Thailand, Sumatra mit dem Toba See, Bali und Lombok in Indonesien und die Insel Boracay auf den Phillipinen.
Seit 1971 fallen der Psilocybin und seine Derivate sowie deren Zubereitungen unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das bedeutet, dass alle Handlungen, die zu dessen Anreicherung bzw. Konservierung (Pilze trocknen), Isolierung (Extraktion aus Pilzen) oder gar Synthese führen, nach dem BtMG strafrechtlich verfolgt werden können.

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!