Info-Event: “Safer Nightlife Berlin ‑ Gesundheitsschutz im Nachtleben”

Schöne Ausgeherlebnisse und gesundheitsbewusstes Feiern ‑ dafür setzen sich die Suchthilfe-Träger Fixpunkt und Chill out in Kooperation mit weiteren Partnern ein. 

Mit Aufklärungsmaterial und Infoständen sensibilisieren Mitarbeiter/innen von Chill out und Fixpunkt Partygäste zu Gesundheitsgefährdungen, die durch den Konsum von Alkohol und anderen Drogen, langes Feiern, laute Musik und riskanten Sex drohen. In Kooperation mit der ClubCommission Berlin werden Club-Mitarbeiter/innen geschult, um deren Handlungssicherheit bei Notfällen, im Umgang mit Drogenkonsument/innen und zum Infektionsschutz am Arbeitsplatz zu erhöhen.

Am 16. und 17. Mai 2013 richtet das Party+-Netzwerk (www.partyplus.eu) ein internationales Seminar in Berlin aus, zu dem etwa 40 Projektmitarbeiter/innen von ähnlichen Projekten aus ganz Europa zusammen kommen, um sich auszutauschen und gemeinsam Standards für den Gesundheitsschutz im Nachtleben zu erarbeiten. Im Rahmen des Seminars präsentieren die Berliner Gesundheitsförderer im Nachtleben und die Akteure des Party+-Netzwerks ihre Arbeit und informieren über notwendige nächste Schritte für gesundheitsbewusstes Feiern.

Wir laden ein zum Info-Event:

“Safer Nightlife Berlin ‑ Gesundheitsschutz im Nachtleben”

am Do., 16. Mai 2013, 21:00 bis ca. 22:00 Uhr

Ort: Bi Nuu, Im Schlesischen Tor [U Schlesisches Tor],
www.facebook.com/BiNuuBerlin

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei,
eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Mehr Infos zur Veranstaltung auf www.facebook.com/events/123637081168167/

“Nur in Berlin werden so offen Drogen konsumiert”

Anette Hofmann vom Verein Fixpunkt, der in der Drogenhilfe und der Gesundheitsförderung tätig ist, informiert auf Partys über die Risiken beim Drogengebrauch und wie man sie minimieren kann.

Berliner Zeitung, 28.01.2013

Frau Hofmann, was ist Fixpunkt?

Fixpunkt ist Träger der Drogenhilfe, der ohne großen bürokratischen Aufwand arbeitet. Zudem dürfen auch Menschen zu uns kommen, die aktuell Drogen konsumiert haben. Der Auftrag von Fixpunkt ist es, sich um Substituierte und akut drogengebrauchende Menschen zu kümmern, die auch fixen. Ziel ist die Gesundheitsförderung und die Prävention in Bezug auf Hepatitis C und HIV. Deshalb verteilt Fixpunkt auch frische Spritzen, um das Infektionsrisiko der Konsumenten so gering wie möglich zu halten.

Wo sind Sie im Nachtleben unterwegs?

Auf den Berliner Partys machen wir seit 2011 Infostände zum Thema „Safer Use“ und zur Gesundheitsförderung der Partykonsumenten. Unser Ansatz ist Akzeptanz und Risikominimierung. Es ist doch albern, beim Thema Drogen und Partys in Berlin so zu tun, als ob das nicht existent wäre. In fast jedem größeren Club werden Drogen konsumiert. Wer einmal ins Berliner Nachtleben eintaucht, merkt schnell, wie viel Leute auf Droge sind.

Was bedeutet Gesundheitsförderung im Nachtleben?

Wir verteilen gratis „Safer Snorting Packs“, Tüten, in denen zum Beispiel zwei Plastikröhrchen enthalten sind. Viele Menschen wissen nicht, dass durch ein gemeinsam benutztes Röhrchen zum Beispiel Hepatitis C übertragen werden kann. Schon kleinste Mengen von getrocknetem Blut können ausreichen und der Virus überlebt an der Luft sehr lange. Zudem sind in der Tüte noch eine Unterlage, Alkohol zum Desinfizieren, ein Taschentuch und eine Nasenspülung. Ohrenstöpsel und ein Infoflyer zu den verschiedenen Drogen und ihren Wirkungsweisen und Risiken geben wir auch aus.

Analysieren Sie die Drogen auch?

Nein. Im Zuge der Gesundheitsförderung für Drogenkonsumenten würde ich mich aber darüber freuen, wenn wir endlich grünes Licht für unser „drugchecking“-Projekt bekommen würden, also die chemische Analyse der Drogen. Es ist leider eine politische Frage, ob ein Modellprojekt in Berlin finanziert werden kann, oder überhaupt gewollt wird. Fakt ist, dass drugchecking in vielen anderen Ländern bereits mit großem Erfolg durchgeführt wird, beispielsweise in Österreich, der Schweiz und Spanien, und dass es von den Konsumenten dankbar genutzt wird. Drugchecking kann Leben retten. Natürlich wäre ein Testen der Droge auch immer mit einer Beratung vor Ort gekoppelt. So können Hilfesuchende auch sofort in die Drogenhilfe weitervermittelt werden, wenn Bedarf besteht. […]

Informationen über die Initiative zur Analyse von Drogen: www.drugchecking.de

Artikel weiterlesen: berlinerzeitung.de

Nachtleben & Freizeit

Safer Nightlife:
Nachtleben und Freizeit

Seit Ende 2007 widmet sich der Chill out e.V. der Wiederbelebung der einstmals von unrerem Verein regelmäßig betriebenen Interventionen zur Gesundheitsförderung im Nachtleben. Wir stehen mit diversen Einrichtungen und Veranstaltern der Jugend- und Soziokultur in Berlin, Potsdam und Brandenburg in Kontakt, erläutern unsere Projektidee, sammeln konkrete Umsetzungsvorschläge und führen Informations-/Diskussionsveranstaltungen und Workshops durch.

Wir sind Teil des bundesweiten Sonics Netzwerks für Rhythmus und Veränderung“ und stehen dadurch mit allen Projekten in Kontakt, die sich in Deutschland auf Nightlife-Strategien spezialisiert haben. Durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Potsdam ist es uns seit 2009 auch möglich, an der Weiterentwicklung der Plattform Safer Nightlife im Rahmen des EU-Modellprojekts “Democracy, Cities & Drugs” teil zu nehmen. Durch diese intensive Vernetzungsarbeit ist es uns möglich, von anderen bereits erarbeitete Erfahrungen und Qualitätsstandards einzubeziehen und nachgewiesen wirksame Strategien in die Arbeit integrieren zu können.

Daneben arbeiten wir seit Jahren eng mit Clubs, Jugendclubs, Jugendkultur- und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie vielen Bildungsträgern zusammen und führen Coachings, Infoveranstaltungen, Workshops und weiter gehende Projekte durch. Insbesondere mit den Potsdamer Jugendclubs sind wir als ständiger Gast im Potsdamer Arbeitskreis der Kinder- und Jugendclubs nach §78 KJHG (AKKJ) gut vernetzt.

Wenn sie wissen möchten, wie sie Gesundheitsschutz und Prävention in Ihrer Einrichtung verankern und mit Jugendlichen das Thema Konsum bearbeiten können oder bei der Umsetzung konkreter Projektideen unterstützt werden möchten, sprechen sie uns an!


Angebote

Chill Out Lounge

Die Lounge ist ein 2009 entwickeltes Konzept zur Errichtung eines mobil einsetzbaren Chill outs auf Großveranstaltungen (wie der Babelsberger Livenacht und der Potsdamer Erlebnisnacht) sowie auf speziell für junge Menschen ausgerichteten Veranstaltungen (wie dem Potsdamer Schülergesundheitstag und in Kooperation mit anderen Initiativen veranstalteten Outdoor-Events).

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PräventionConsultings für Clubs

Fixpunkt und Chill out bieten ClubCommission-Mitgliedern PräventionConsultings für Geschäftsführer_innen und Mitarbeiter_innen zu den Themen Konsuminformationen und Notfallmanagement

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