Stadt legt neue Suchtzahlen für junge Potsdamer vor

Abstinente Zocker
Sie trinken wenig Alkohol und rauchen selten – die Stadt legt neue Suchtzahlen für junge Potsdamer vor.
Ein neues Problem: Computerspielsucht

PNN, 30.11.2013
von Henri Kramer

Junge Potsdamer rauchen heute deutlich seltener und trinken weniger Alkohol, als das vor acht Jahren bei ihren Altersgenossen noch der Fall war. Dafür nehmen speziell Mädchen häufiger Medikamente, die die Stimmung beeinflussen – etwa Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Ein neues Problem ist die Computerspielsucht. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Stadtverwaltung am Freitag veröffentlichte. Anlass: Die Sozialbehörde hat ein neues Konzept zur Suchtprävention und -behandlung für Potsdam vorgelegt.

Die Zahlen – die dem allgemeinem Trend in Brandenburg entsprechen – sind überwiegend positiv. Doch es gibt Ausnahmen. So nehmen knapp drei Prozent der Potsdamer Mädchen täglich Medikamente, die eigentlich nicht nötig sind. Dieser Anteil lag 2005 noch bei 1,3 Prozent, damals wurde die Erhebung erstmals durchgeführt. Bei den Jungen greifen aktuell 1,6 Prozent täglich in die Pillenkiste. Leicht gestiegen ist auch der Haschischkonsum, speziell bei Jungen – 7,6 Prozent von ihnen kiffen wöchentlich oder täglich. Vor acht Jahren waren es 5,8 Prozent.

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Drogenkonsum in Deutschland unverändert

Der Konsum illegaler Drogen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren nahezu unverändert. Dies geht aus dem Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) hervor, der am 5. November 2013 in München veröffentlicht wurde.

Demnach gaben 4,5 Prozent der befragten Erwachsenen an, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert. Damit bleibt Cannabis weiterhin die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland. Insgesamt erklärten 4,9 Prozent der Befragten, im vergangenen Jahr illegale Drogen konsumiert zu haben.

AOK-Report: „Gehirndoping“ bei der Arbeit nimmt zu

Ärzte Zeitung, 23.08.2013
Von Anno Fricke

Arbeiten auf Speed – für immer mehr Berufstätige trifft das zu. Die Folge: Die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund des Missbrauchs von Amphetaminen ist laut einem AOK-Report innerhalb von zehn Jahren um 400 Prozent gestiegen. Doch die illegalen Drogen stellen nicht das größte Problem dar.

BERLIN. Die Arbeitsverdichtung in den Unternehmen, die Forderungen nach Mobilität und ständiger Verfügbarkeit senken die Hemmschwelle, zu leistungssteigernden Drogen zu greifen. Dies geht aus dem Fehlzeitenreport hervor, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat.

Die Dynamik der Entwicklung ist enorm. Um rund 400 Prozent von 8100 auf 30.000 ist die Zahl der Fehltage aufgrund des Gebrauchs von stimulierenden Drogen seit dem Jahr 2002 gestiegen. Die Dunkelziffer der Amphetamin-, Ritalin- und Modafinil-Konsumenten am Arbeitsplatz schätzen die Wissenschaftler hoch.

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Immer weniger Jugendliche rauchen

Der Bundestrend beim Tabakkonsum gilt auch für Potsdam

Rüdiger Schmolke, 43 Jahre alt und Leiter der Fachstelle für Suchtprävention in Potsdam, erklärt, warum das Rauchen für Teenager heute nicht mehr so attraktiv ist.

PNN, 02.07.2013
Interview:  Meike Jänike

Rüdiger Schmolke, 43 Jahre alt und Leiter der Fachstelle für Suchtprävention in Potsdam, erklärt, warum das Rauchen für Teenager heute nicht mehr so attraktiv ist.

MAZHerr Schmolke, eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab: In Deutschland rauchen immer weniger Jugendliche. Nur noch jeder zehnte Teenager greift heute zur Zigarette. Gilt dieser Trend auch für Potsdam?

Rüdiger Schmolke: Wir gehen fest davon aus. Gerade erst hat die Stadt Potsdam Schüler der 10.Klasse zu ihrem Tabakkonsum befragt. Die Auswertung läuft noch, aber frühere Umfrageergebnisse zeigen schon: Potsdam folgt dem Bundestrend.

In den achtziger und neunziger Jahren galt Rauchen als cool. Woran liegt es, dass Zigaretten für Jugendliche heute nicht mehr so attraktiv sind?

Schmolke: Da spielen viele Faktoren eine Rolle. An Schulen gibt es den Nichtraucherwettbewerb „Be smart – don–t start“. Zudem wurde das Rauchen nicht nur in Gaststätten, sondern auch an Schulen komplett verboten. Raucherhöfe wie früher gibt es nicht mehr. Weniger Werbung für Tabak spielt auch eine Rolle. Am meisten aber hat die Erhöhung der Tabaksteuer Einfluss auf den Konsum gehabt: Zigaretten sind heute schlicht teurer und das hält viele junge Leute vom Rauchen ab.

Tragen auch die Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln dazu bei, dass weniger geraucht wird?

Schmolke: Ja, die deutlich größeren Hinweise schrecken schon ab. Wobei sie mehr bei den Jugendlichen wirken, die sich sowieso gegen das Rauchen entschieden haben und Zigaretten vielleicht sogar eklig finden.

Würden Schockbilder von Raucherbeinen oder Lungenkrebs noch mehr bewirken?

Schmolke: Bei den Nichtrauchern vielleicht schon. Die fühlen sich in ihrer ablehnenden Haltung bestärkt. Die Raucher selbst hingegen lassen sich vermutlich auch durch solche Bilder nicht vom Griff in die Schachtel abhalten. Ich sehe diese Abschreck-Kampagnen etwas mit Sorge. Denn sie führen auch dazu, dass sich Raucher noch mehr rechtfertigen müssen, dass sie sich ausgegrenzt fühlen, Schuldgefühle entwickeln. Das macht es für die Menschen nicht einfacher.

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„Jeder fünfte Zehntklässler hat probiert“

„Jeder fünfte Zehntklässler hat probiert“

PNN, 26.06.2013
Herr Schmolke, wie verbreitet ist der regelmäßige Konsum von illegalen Drogen unter Jugendlichen?

Überwiegend wird von den Jugendlichen Cannabis in unterschiedlichen Formen konsumiert. Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten ist über lange Jahre stabil zwischen zwei und drei Prozent. Größere Schwankungen gibt es hingegen beim sogenannten Probierkonsum. Der ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Nach der letzten Schülerbefragung haben knapp 20 Prozent der Potsdamer in der 10. Klasse schon einmal Cannabis probiert.

Wie sieht es mit anderen Drogen aus?

Solche Fälle gibt es natürlich auch. Das wissen wir aus der Beratung. Allerdings sind sie so selten, dass man den Konsum kaum statistisch erfassen kann. Und der Konsum bei jungen Erwachsenen ist kaum untersucht.

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Bei Anruf Rauschgift

Ein 31-jähriger Drewitzer soll einem 15-Jährigen regelmäßig Drogen verkauft haben. Nun steht er vor Gericht. 2012 gab es in Potsdam 301 Drogendelikte

PNN, 26.06.2013

Es war so einfach für Fabian F.*: Ein Anruf in der Drewitzer Wohnung des vermeintlichen Dealers genügte und der 15-Jährige wurde mit Stoff versorgt. Zwischen Januar und September 2012 soll der vorbestrafte Ronny R.* dem Jugendlichen fast täglich Cannabis und Speed zum Grammpreis von je zehn Euro verkauft haben – insgesamt 180 Mal. Derzeit muss sich der Hartz-IV-Empfänger wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Landgericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihm mindestens vier Jahre Haft.

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Angebote für Eltern / Angehörige

Eltern sind für uns wichtige Partner, deren Erziehungsauftrag und -kompetenzen wir nutzen wollen. Die Eltern systematisch über unsere Arbeit zu informieren und sie möglichst umfassend einzubeziehen, ist daher für uns selbstverständlich.

Eltern-/Angehörigenberatungen

Wir beraten Eltern und Angehörige konsumierender Kinder und Jugendlicher im Rahmen von Einzel-, Paar- oder Familienberatungen (auch gerne zusammen mit dem betroffenen Kind/Jugendlichen). Beratungen sind kostenfrei, anonym möglich und finden grundsätzlich immer bei uns vor Ort statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Vorstellung unserer Arbeit auf Elternabenden

Vorstellung der Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Elternversammlungen (bis ca. 30 min. grundsätzlich kostenfrei).

Elternfortbildungen (Auswahl)

  • Basiseinführung in Grundlagen und Methoden moderner Suchtprävention.

  • Konsum und Entstehung von Abhängigkeit im Kontext derr kindlichen Entwicklung und Pubertät.

  • Freiheit in Grenzen: Handlungsmöglichkeiten für Eltern.  

Zeitumfang: 1,5 bis 2 Zeitstunden

Kostenbeteiligung: € 120,- inkl. Handreichung und Materialien