Potsdam: Rahmenkonzept zur Suchtprävention und Suchtbehandlung vorgestellt

Am 29. November 2013 stellte die Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung Elona Müller-Preinesberger gemeinsam mit der zuständigen Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit Anke Latacz-Blume das neue Suchtkonzept der Landeshauptstadt Potsdam vor. Das Rahmenkonzept wird in der StVV am 4. Dezember 2013 in einer Mitteilungsvorlage den Stadtverordneten präsentiert.

Das letzte, 2004 der Stadtverordnetenversammlung Potsdam vorgelegte Suchtkonzept der Fachverwaltung spiegelt den Erkenntnisstand von 2002 wider. Nach 10 Jahren war es deshalb notwendig, neuere Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft zu berücksichtigen und in eine Fortschreibung des Konzeptes einfließen zu lassen.

Dafür wurde Herr Prof. Dr. Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Fachhochschule Frankfurt am Main, gewonnen, um zusammen mit den Fachleuten in Potsdam ein modernes Konzept für die nächsten Jahre zu entwickeln.
Voraussetzung für die Konzepterstellung war ein intensives und sehr breites Beteiligungsverfahren, u.a. mit den Facharbeitskreisen, den Maßnahmeträgern, den Netzwerken der Landeshauptstadt Potsdam, Selbsthilfegruppen, lokalen Bündnissen, Krankenkassen, dem „Klinikum Ernst von Bergmann“, dem Stadtsportbund und dem Gesundheit Berlin Brandenburg e.V..

So wurde am 08.08.2012 sowie am 14.08.2012 die Thematik in den Facharbeitskreisen „Arbeitskreis Sucht Erwachsene“ und der „Arbeitsgemeinschaft Suchtprävention für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Potsdam“ diskutiert und über 25 Einzelinterviews mit Potsdamer Expertinnen und Experten geführt. Im Oktober 2012 präsentierte Herr Prof. Dr. Stöver erste Ergebnisse bei einem gemeinsamen Werkstattgespräch von Arbeitskreisen, Netzwerken und Sozialraumakteuren. Auch zum Gesundheits- und Sozialgipfel am 29.11. 2013 war das Suchtkonzept Hauptthema und konnte in öffentlichen Workshops besprochen und ergänzt werden.

Im Zuge weiterer Diskussionen innerhalb der Verwaltung und mit Vertretern der Facharbeitskreise unter Beteiligung von Herrn Prof. Dr. Stöver wurde eine Bestandsaufnahme der Ergebnisse des Konzeptes von 2004 vorgenommen sowie kurz- mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen formuliert.

Das nunmehr vorliegende Konzept ergänzt das vorherige vor allem auch um neue, dem demografischen Wandel geschuldete Herausforderungen und schärft den Perspektivwechsel in Richtung Prävention. Es benennt die Instrumente, die eine erfolgreiche Suchtkrankenhilfe flankieren sollten.

In Zukunft wird es darauf ankommen, die bestehenden Strukturen noch besser zu vernetzen. Es geht in erster Linie nicht um eine Ausweitung fachlicher „Budgets“ sondern um eine durchdachte Verzahnung und Verschränkung von verfügbaren Mitteln.

Übergreifenden Herausforderungen bestehen insbesondere in:

  • der Lokalen Alkohol- und Tabakprävention
  • den Hilfen für MigrantInnen
  • dem Ausbau des Überleitungsmanagements
  • der Einbeziehung von Krankenkassen und Schlüsselinstitutionen,
    Schaffung neuer Bündnisse, Gewinnung der Zivilgesellschaft
  • der Kooperation von Jugend-, Suchthilfe und Schulbereich
  • Kontinuitätsmodus und Kommunikation
  • Vernetzender Fachkoordination
  • einem Sektoren und Lebenslagen verbindendem Steuerungskreis
  • der Aus- Weiter und Fortbildung
  • einem Qualitätsrahmen für die Suchtarbeit
  • Fortbildungen zum Jugendschutzgesetz

Um diese Ziele zu konkretisieren, werden im Frühjahr 2014 Aktionspläne erarbeitet
Grundlage für diese Aktionspläne werden u.a. die Ergebnisse der dritten Befragung „Brandenburgischer Jugendlicher zum Substanzkonsum“ (Schuljahr 2012/2013) sein. Die Ergebnisse beschreiben einen Ist-Zustand des Substanzkonsums bzw. des Suchtverhaltens von Zehntklässlern.

Regelmäßiger bzw. täglicher Alkohol-, Tabak- und Haschischkonsum sind in den vergangenen acht Jahren bei Brandenburger Zehntklässlern seltener geworden – das ist eine positive Bilanz.

Der Tabakkonsum der Potsdamer Schülerinnen und Schüler hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre um fast die Hälfte reduziert.

Ein deutlicher Rückgang im Alkoholkonsum ist bei den Potsdamer Schülerinnen und Schülern ebenfalls zu verzeichnen. Insbesondere die Anzahl der Jungen und Mädchen, die sich noch nie an dem sogenannten Rauschtrinken beteiligt haben, stieg im direkten Vergleich zur ersten Befragung von rund 37% auf 50% an.

Im Rahmen der zweiten Befragung (BJS II Schuljahr 2008/2009)) wurden erstmals die Spielgewohnheiten der Jugendlichen und die Nutzung des Internets erfragt. Mit der dritten Befragung (BJS III) stehen nun Vergleichswerte zur Verfügung. Insbesondere Onlinespiele und soziale Netzwerke werden durch die Potsdamer Schülerinnen und Schüler immer häufiger genutzt.

Resümierend ist festzustellen, dass die beschriebenen Trends bei den Potsdamer Zehntklässlern mit den Trends der Schülerinnen und Schüler im gesamten Land Brandenburg übereinstimmen.

Der Erfolg der kontinuierlichen und nachhaltigen Suchtpräventionsmaßnahmen kann an den jüngsten erfreulichen Entwicklungen gemessen werden.

Quelle: Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung Nummer 784 / 29.11.2013

Anmache im Netz: AKJS und Chill out setzen auf Information und Beratung

In Reaktion auf den Tod einer 14-Jährigen Schülerin in Eichwalde, die den Täter im Internetportal Jappy kennen lernte und sich dort mit ihm verabredete, hat die Aktion Kinder- und Jugendschutz (AKJS) eine Pressemitteilung veröffentlicht, der wir uns anschließen. Als Kooperationspartner des AKJS bietet Chill out Eltern-Medien-Beratungen an.

Anmache im Netz – Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu schützen?
Aktion Kinder- und Jugendschutz setzt auf Information und Beratung

Die Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg setzt auf Information um Eltern und Kindern Sicherheit im Umgang mit neuen Medien zu geben. Für Eltern ist es wichtig zu wissen, welche Regeln zu Internet und Handy sinnvoll sind und in der Familie umgesetzt werden können. „Wir erleben, dass viele Eltern noch unsicher im Umgang mit Internet und Smartphone sind, weil sie selber nicht mit diesen Medien aufgewachsen sind“, erklärt Klaus Hinze, Geschäftsführer der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS).

„Der Fall der 14-Jährigen Schülerin in Eichwalde ist sicher ein tragischer Einzelfall,“ so Klaus Hinze weiter, „doch Eltern können etwas tun um ihre Kinder vor gefährlichen Kontakten aus dem Internet zu schützen.“

Wichtig sei vor allem frühe Aufklärung über die Gefahren im Netz sowohl der Eltern als auch der Kinder. Neuesten Studien zufolge (www.mpfs.de / KIM/JIM-Studien) meldeten sich schon jüngere Kinder ab 10 Jahren bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Jappy an. Dringend zu empfehlen ist, dass Eltern und ihre Kinder über die Nutzung von Internet und Handy miteinander reden und gemeinsam Regeln vereinbaren. So gebe es Möglichkeiten Profile im Internet zu schützen und so einzustellen, dass Fremde eben keinen Kontakt zu Jugendlichen aufnehmen könnten. Technische Jugendschutzprogramme könnten verhindern, dass vor allem jüngere Kinder auf für sie ungeeignete Seiten kommen. Das ersetze aber nicht die direkte Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.
Die Aktion Kinder und Jugendschutz bietet seit 2009 Elternabende an Schulen und Kindertagesstätten zur Medienerziehung in der Familie an. Diese Veranstaltungen werden vom Land Brandenburg und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg finanziell gefördert. Hier können schon wichtige Fragen geklärt werden, um die Online-Aktivitäten sicherer zu gestalten.

Quelle: Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V.

 

Elternabende zur Medienerziehung in Brandenburg – Jetzt anfragen!

Schulen, Kindertagesstätten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe können im laufenden Schuljahr weiter Elterninformationsveranstaltungen zum Thema Mediennutzung in der Familie anfragen.

Das erfolgreiche Projekt der Aktion Kinder- und Jugendschutz . Brandenburg e.V. (AKJS) zur Durchführung von Elternabenden wird von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und dem Land Brandenburg finanziell unterstützt. Insgesamt können 80 Veranstaltungen, auch mehrere an einer Einrichtung, gefördert werden.

Informationen für Eltern

Nach fünf Weiterbildungsgängen der Aktion Kinder- und Jugendschutz stehen über 40 Referent/innen als Ansprechpartner zur Verfügung. Diese „Eltern-Medien-Berater/innen“ vermitteln ihr Wissen zum Umgang mit modernen Medien u.a. auf Elternabenden und Seminaren in Schulen und Kindertagesstätten, an Volkshochschulen und in Gesprächskreisen. Interessierte Eltern können sich zu Themen wie Handys, Computerspielen und Internetnutzung informieren und Sicherheit im Umgang mit der Mediennutzung ihres Kindes gewinnen.

Weitere Informationen zur Organisation eines Elternabends finden Sie auf der Website www.eltern-medien-beratung.de.

Themen der Eltern-Medien-Beraterinnen

  • Umgang mit Medien in der Familie
  • Film und Fernsehen – was ist kindergerecht?
  • Internet für Kinder und Jugendliche – Möglichkeiten und Gefahren
  • Computerspiele, Konsolen und andere multimediale Spielmöglichkeiten
  • Handys bei Kindern und Jugendlichen
  • Medienwirkung und Medienkompetenz
  • Aufgaben und Gesetze des Jugendmedienschutzes

Kosten:
Das Programm wird im Schuljahr 2013/14 von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und dem Land Brandenburg gefördert. Zur vollständigen Deckung der Kosten ist ein geringer Eigenbeitrag in Höhe von ca. 40 Euro wünschenswert.

Kontakt:
Interessierte Schulen, Kindertagesstätten und andere Veranstalter, auch Elternvertreter und Bildungseinrichtungen können sich ab sofort unter der www.eltern-medien-beratung.de über das Angebot informieren.
Anfragen für Elternveranstaltungen können an die E-Mail-Adresse anfragen@eltern-medien-beratung.de gesendet werden.
Wenn Sie auf Referent_innen Chill out als Eltern-Medien-Berater_innen zurückgreifen möchten, können Sie uns auch direkt anmailen!

Quelle: Landesjugendamt Brandenburg

Drogen und Suchtbericht 2012 veröffentlicht

Drogen und Suchtbericht 2012 veröffentlicht

Der Drogen- und Suchtbericht 2012 zeigt: Insgesamt gehen die KonsumentInnen-Zahlenim Tabak-, Alkohol- und Cannabiskonsum zurück.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden [PDF ca. 2 MB].

 


Dyckmans: Drogen- und Suchtpolitik zeigt Wirkung, Risikogruppen stärker in den Fokus nehmen.

Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten vom 22.05.2012
Im Original lesen auf drogenbeauftragte.de

Anlässlich der Veröffentlichung des Drogen- und Suchtberichts 2012 erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „In vielen Bereichen zeigen die Maßnahmen zur Verringerung des Drogen- und Suchtmittelkonsums Wirkung. Dennoch gibt es weiterhin Gruppen mit besonders hohem oder riskantem Konsum, die noch besser erreicht werden müssen.“

Der Tabakkonsum von Jugendlichen hat im Jahr 2011 einen erneuten Tiefststand erreicht. Die Zahl der rauchenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist 2011 auf unter 12 % gesunken. Auch beim regelmäßigen Alkoholkonsum Jugendlicher gibt es einen rückläufigen Trend (2001: 17,9 %; 2011: 14,2 %). Beim Cannabiskonsum geht der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener, die mindestens einmal im Leben Cannabis probiert haben, ebenfalls weiter zurück. Er fiel von 15,1 % im Jahr 2004 auf 6,7 % im Jahr 2011.

Dagegen ist das Rauschtrinken bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer noch weit verbreitet. Die alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen sind weiter gestiegen. Auch der regelmäßige Alkoholkonsum von jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) ist unverändert hoch und lag 2001 wie 2011 bei knapp 40 %.

Es zeigt sich zudem, dass das gewerbliche Glücksspiel bei Jugendlichen
(16-17 Jahre) und bei jungen Erwachsenen (18-20 Jahre) stark zugenommen hat. Dies ist mit einem höheren Suchtrisiko für diese Altersgruppe verbunden.

Zunehmend verbreitet ist auch der exzessive oder pathologische Computer-spiel- und Internetgebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Etwa 250.000 der 14- bis 24- Jährigen gelten als internetabhängig, 1,4 Mio. als problematische Internetnutzer.

„Wir müssen unsere Präventionsmaßnahmen gezielt auf Risikogruppen ausrichten. Prävention wirkt nur, wenn sie die betroffenen Menschen auch erreicht. Dazu brauchen wir passgenaue Hilfsangebote. Die Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik setzt dort an. Nun geht es darum, weitere Schritte zu ihrer Umsetzung auf den Weg zu bringen“, so die Drogenbeauftragte.

Ein Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Bereich der Computerspiel- und Internetsucht. „Wir möchten in diesem Bereich nicht nur die Datenlage durch Studien weiter verbessern“, so Dyckmans. „Es bedarf auch weiterer Anstrengungen zur besseren Aufklärung der Menschen über einen verantwortungsvollen Computer- und Internetgebrauch und zur Verbesserung der Hilfsangebote.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Spieler- und Jugendschutz beim Glücksspiel. Bei der Novellierung der Spielverordnung setze ich mich weiterhin für eine drastische Reduzierung der Anzahl der Automaten in Gaststätten ein. Ein weiteres Thema des kommenden Jahres wird auch die Gesundheit im Alter sein. Wir müssen Wege finden, wie ältere Menschen mit Suchtproblemen besser vom Suchthilfesystem erreicht werden.“

Hintergrund zum Drogen- und Suchtbericht 2012

Der Drogen- und Suchtbericht 2012 gibt einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich Drogen und Sucht des vergangenen Jahres auf nationaler und internationaler Ebene. Er berichtet zudem über aus-gewählte Projekte und Aktivitäten aus Ländern, Kommunen und Verbänden. Dieses Jahr würdigt der Drogen- und Suchtbericht mit seiner Rubrik „Vorgestellt“ das freiwillige bürgerschaftliche Engagement für die Suchtprävention.

Information statt Vorurteile

Information statt Vorurteile!
Das Drogeninfo-Projekt Drug Scouts aus Leipzig

Gerade wenn es um Jugendschutz geht, gerät das Thema Drogenkonsum in den Fokus der Öffentlichkeit. In Sachsen sorgte diesbezüglich die Drogenpolitik der Stadt Leipzig immer wieder für Diskussionen. Während Polizei und CDU diese kritisierten, begrüßten SPD, LINKE und die Grünen im Leipziger Stadtrat das Modell der akzeptierenden und aufklärenden Präventionsarbeit.

Erschienen in „Corax – Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen“, Ausgabe 1/2012

In einer Erklärung formulierten Katharina Krefft, (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN), Juliane Nagel (DIE LINKE) und Mathias Weber (SPD): “Wir halten an unserer Position fest: die drogenpolitische Strategie der Stadt Leipzig ist richtig. Sie ist politisch diskutiert, kontrolliert und flankiert. Seit Jahren gibt es auf der Handlungsebene eine gute Kommunikation und Kooperation zwischen Kommune, Vereinen und Polizei.“ Zum Projekt Drug Scouts sagen sie: “Mit seinem lebensweltlichen und akzeptierenden Ansatz sind die Aufklärungsangebote der Drug Scouts bundesweit fast einmalig. Wir stehen zu diesem progressiven und wirksamen Projekt. Das vielfach gelobte Präventionsangebot der Drug Scouts wird unter anderem vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz empfohlen.“

Im CORAX äußern sich nun die Kollegen und Kolleginnen der Drugscouts zum Thema Drogenkonsum im Jugendalter und ihrer Arbeit.

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Zwischen Fachlichkeit und Symbolpolitik:
Seit einem Jahr wird über die Drogenfreundlichkeit der Stadt Leipzig diskutiert. Ein Ende ist nicht in Sicht

von Thyra Veyder-Malberg,
erschienen im Leipziger Stadtmagazin kreuzer – Ausgabe 04/2012, Seite 19

Holger Herzog steckt die drogenpolitische Debatte des vergangenen Winters noch in den Knochen. Als Geschäftsführer des Suchtzentrum Leipzig ist er unter anderem für das Projekt Drug Scouts mitverantwortlich, das damals vor allem für seinen akzeptierenden Ansatz in die Kritik geriet.

Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski hatte der Stadtverwaltung vorgeworfen, mit ihrer „Wohlfühlpolitik“ Leipzig für Süchtige erst attraktiv zu machen, und damit großes mediales Echo geerntet. Dies würde die Beschaffungskriminalität in die Höhe treiben, argumentierte Wawrzynski.

Die Einseitigkeit der medialen Debatte ärgert Herzog heute noch. „Drogenkonsum i´st eine Realität, der man sich stellen muss“, sagt er. „Wenn man nur einen abstinenzorientierten Ansatz verfolgt, erreicht man viele der Betroffenen nicht.“ Nur ein System aus verschiedenen Hilfsangeboten würde zum Erfolg führen. Und als Teil dieses Systems müsse man die Drug Scouts verstehen.

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