Alkoholprävention: Zwölf Kommunen ausgezeichnet.

Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbes „Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention“ sind zwölf Städte und Gemeinden für ihre Kampagnen zur Alkoholprävention im öffentlichen Raum ausgezeichnet worden.

99 Städte, Gemeinden und Kreise aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich mit einem eigenen Beitrag beworben. Das Thema des 6. Bundeswettbewerbs lautete “Alkoholprävention im öffentlichen Raum”.

Die Preise wurden am 3. Juni 2013 in Berlin übergeben. „Die Gewinner werden Nachahmer finden“, sagte Minister Bahr. Die als vorbildlich bewerteten Aktionen zeigten auch anderen Kommunen, welche Chancen es für Suchtprävention auf lokaler Ebene gebe.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden sich unter kommunale-suchtpraevention.de.

Quelle: BZgA

Immer weniger Jugendliche rauchen

Der Bundestrend beim Tabakkonsum gilt auch für Potsdam

Rüdiger Schmolke, 43 Jahre alt und Leiter der Fachstelle für Suchtprävention in Potsdam, erklärt, warum das Rauchen für Teenager heute nicht mehr so attraktiv ist.

PNN, 02.07.2013
Interview:  Meike Jänike

Rüdiger Schmolke, 43 Jahre alt und Leiter der Fachstelle für Suchtprävention in Potsdam, erklärt, warum das Rauchen für Teenager heute nicht mehr so attraktiv ist.

MAZHerr Schmolke, eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab: In Deutschland rauchen immer weniger Jugendliche. Nur noch jeder zehnte Teenager greift heute zur Zigarette. Gilt dieser Trend auch für Potsdam?

Rüdiger Schmolke: Wir gehen fest davon aus. Gerade erst hat die Stadt Potsdam Schüler der 10.Klasse zu ihrem Tabakkonsum befragt. Die Auswertung läuft noch, aber frühere Umfrageergebnisse zeigen schon: Potsdam folgt dem Bundestrend.

In den achtziger und neunziger Jahren galt Rauchen als cool. Woran liegt es, dass Zigaretten für Jugendliche heute nicht mehr so attraktiv sind?

Schmolke: Da spielen viele Faktoren eine Rolle. An Schulen gibt es den Nichtraucherwettbewerb “Be smart – don–t start”. Zudem wurde das Rauchen nicht nur in Gaststätten, sondern auch an Schulen komplett verboten. Raucherhöfe wie früher gibt es nicht mehr. Weniger Werbung für Tabak spielt auch eine Rolle. Am meisten aber hat die Erhöhung der Tabaksteuer Einfluss auf den Konsum gehabt: Zigaretten sind heute schlicht teurer und das hält viele junge Leute vom Rauchen ab.

Tragen auch die Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln dazu bei, dass weniger geraucht wird?

Schmolke: Ja, die deutlich größeren Hinweise schrecken schon ab. Wobei sie mehr bei den Jugendlichen wirken, die sich sowieso gegen das Rauchen entschieden haben und Zigaretten vielleicht sogar eklig finden.

Würden Schockbilder von Raucherbeinen oder Lungenkrebs noch mehr bewirken?

Schmolke: Bei den Nichtrauchern vielleicht schon. Die fühlen sich in ihrer ablehnenden Haltung bestärkt. Die Raucher selbst hingegen lassen sich vermutlich auch durch solche Bilder nicht vom Griff in die Schachtel abhalten. Ich sehe diese Abschreck-Kampagnen etwas mit Sorge. Denn sie führen auch dazu, dass sich Raucher noch mehr rechtfertigen müssen, dass sie sich ausgegrenzt fühlen, Schuldgefühle entwickeln. Das macht es für die Menschen nicht einfacher.

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„Jeder fünfte Zehntklässler hat probiert“

„Jeder fünfte Zehntklässler hat probiert“

PNN, 26.06.2013
Herr Schmolke, wie verbreitet ist der regelmäßige Konsum von illegalen Drogen unter Jugendlichen?

Überwiegend wird von den Jugendlichen Cannabis in unterschiedlichen Formen konsumiert. Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten ist über lange Jahre stabil zwischen zwei und drei Prozent. Größere Schwankungen gibt es hingegen beim sogenannten Probierkonsum. Der ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Nach der letzten Schülerbefragung haben knapp 20 Prozent der Potsdamer in der 10. Klasse schon einmal Cannabis probiert.

Wie sieht es mit anderen Drogen aus?

Solche Fälle gibt es natürlich auch. Das wissen wir aus der Beratung. Allerdings sind sie so selten, dass man den Konsum kaum statistisch erfassen kann. Und der Konsum bei jungen Erwachsenen ist kaum untersucht.

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Bei Anruf Rauschgift

Ein 31-jähriger Drewitzer soll einem 15-Jährigen regelmäßig Drogen verkauft haben. Nun steht er vor Gericht. 2012 gab es in Potsdam 301 Drogendelikte

PNN, 26.06.2013

Es war so einfach für Fabian F.*: Ein Anruf in der Drewitzer Wohnung des vermeintlichen Dealers genügte und der 15-Jährige wurde mit Stoff versorgt. Zwischen Januar und September 2012 soll der vorbestrafte Ronny R.* dem Jugendlichen fast täglich Cannabis und Speed zum Grammpreis von je zehn Euro verkauft haben – insgesamt 180 Mal. Derzeit muss sich der Hartz-IV-Empfänger wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Landgericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihm mindestens vier Jahre Haft.

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Angebote für Eltern / Angehörige

Eltern sind für uns wichtige Partner, deren Erziehungsauftrag und -kompetenzen wir nutzen wollen. Die Eltern systematisch über unsere Arbeit zu informieren und sie möglichst umfassend einzubeziehen, ist daher für uns selbstverständlich.

Eltern-/Angehörigenberatungen

Wir beraten Eltern und Angehörige konsumierender Kinder und Jugendlicher im Rahmen von Einzel-, Paar- oder Familienberatungen (auch gerne zusammen mit dem betroffenen Kind/Jugendlichen). Beratungen sind kostenfrei, anonym möglich und finden grundsätzlich immer bei uns vor Ort statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Vorstellung unserer Arbeit auf Elternabenden

Vorstellung der Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Elternversammlungen (bis ca. 30 min. grundsätzlich kostenfrei).

Elternfortbildungen (Auswahl)

  • Basiseinführung in Grundlagen und Methoden moderner Suchtprävention.

  • Konsum und Entstehung von Abhängigkeit im Kontext derr kindlichen Entwicklung und Pubertät.

  • Freiheit in Grenzen: Handlungsmöglichkeiten für Eltern.  

Zeitumfang: 1,5 bis 2 Zeitstunden

Kostenbeteiligung: € 120,- inkl. Handreichung und Materialien

Lehrkräfte-Fortbildungen

Unsere Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen befähigen zur eigenständigen Umsetzung von Unterstützungsleistungen für die Schüler_innen, um Reflexionsfähigkeit und Selbstverantwortung zu entwickeln. Dabei spielen auch rechtliche Aspekte eine Rolle. Alle Fortbildungsmodule sind interaktiv ausgerichtet.

1. „Was ich wissen muss!“ Basiswissen Konsum und Sucht.

  • Motiv, Rolle, Funktion und Bedeutung von (Drogen)Konsum

  • Stoffkunde und Suchtformen (Substanzen und Verhaltenssüchte; Signale und Risikofaktoren; Erkennen von Konsum; Genuss, Missbrauch, Sucht).

  • Rechte und Pflichten im Umgang bei (Verdacht auf) Konsum oder Abhängigkeit von legalen und illegalen Substanzen.

  • Gesprächsführung und Kommunikation.

2. „Was wirkt?“ Gute Suchtprävention in der Schule.

  • Menschenbild, Haltung, Methodik und Didaktik moderner Suchtprävention.

  • Systematische Verankerung von Suchtprävention im Schulkonzept.

  • Projektplanung und Qualitätsmanagement in der schulischen Praxis.

3. „Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.“ Ein Seminar für Gestresste.

  • Aspekte der Gesundheitsförderung und Suchtprävention bei Lehrkräften.

  • Persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

  • Ressourcen und Grenzen von Lehrkräften für die Intervention.

4. „Süchtige Eltern – süchtige Kinder?“ Unterstützungsmöglichkeiten
für besondere Zielgruppen.

  • Psychische Belastungen, Substanzkonsum und Suchtgefährdung

  • Ursachen, Risiko- und Schutzfaktoren

  • Reaktions-, Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten

Zeitumfang: 3 Zeitstunden bis Tagesveranstaltungen (zum Beispiel als SchiLF-Veranstaltung) je nach Modul- bzw. Themenzusammenstellung.

Kostenbeteiligung: nach Absprache (Orientierung: € 50,- pro Zeitstunde)

Aufbaumodule/Zertifikatskurs: Wir bieten auch systematisch aufeinander aufbauende Fortbildungsmodule an. Bitte sprechen Sie uns an!

Riechen, Hören, Raten

Riechen, Hören, Raten
Bei den Schülergesundheitstagen sollen Kinder viel ausprobieren. Und heikle Fragen beantworten

PNN, 23.05.2013
von Katharina Wiechers

[…] Hunderte Kinder wuseln durch die Gänge und versuchen, ihre Laufzettel mit Stempeln zu füllen – pro Station gibt es einen. Die meisten haben sich zu kleinen Grüppchen zusammengetan, gemeinsamen ziehen sie von Stand zu Stand. Alle Kinder gehen in die Klassen 1 bis 6 an Potsdamer Schulen, die „Großen“ aus den Klassen 7 bis 10 sind am heutigen Donnerstag an der Reihe. Erstmals kommen in diesem Jahr jeweils am Nachmittag auch Hortkinder dazu. Organisiert wurde der mittlerweile 19. Schülergesundheitstag von der Stadt, dem staatlichen Schulamt und dem Treffpunkt Freizeit. Ziel sei es, den Schülern zu vermitteln, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist, sagte Sozialbereichsleiterin Anke Latacz-Blume bei der Eröffnung. […]

Der Potsdamer Verein „Chill Out“, der sich dem Thema Konsumkompetenz und Suchtprävention verschrieben hat, hat ein Quiz zum Thema Rauchen vorbereitet. Ein zwölfjähriger Junge zieht überdimensionale Papierzigaretten aus einer riesigen Schachtel. Darauf stehen Stichpunkte, wie etwa „Kosten“. Der Junge kennt sich schon gut aus: Er weiß, dass eine Schachtel ungefähr fünf Euro kostet und dass Rauchen erst mit mit 18 Jahren erlaubt ist. Am Tisch daneben füllen Kinder Fragebögen aus: Was kann man alles aus Milch machen? Welche Lebensmittel enthalten Fett? Auch eine Bühne wird an beiden Tagen bespielt: Das Schülertheater am Weinberg präsentiert unter dem Titel „Kampf der Organe“ eine humorvolle Sicht auf den Körper mit Sketchen und Gesang.

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