Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern: Zahl der ADHS-Diagnosen steigt rasant

Die Aufmerksamkeitsstörung ADHS trifft in Deutschland immer mehr Kinder und Jugendliche: Nach Zahlen der Krankenkasse Barmer GEK hat die Zahl der Diagnosen bei unter 19-Jährigen stark zugenommen. Ärzte kritisieren die Störung seit Jahren als Modekrankheit.

Spiegel Online, 29.01.2013

Neue Zahlen der Krankenkasse Barmer GEK befeuern die Diskussion über ADHS: Bei immer mehr Kindern und Jugendlichen in Deutschland stellen Ärzte demnach Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen fest. Die Zahl der diagnostizierten Fälle stieg bei den unter 19-Jährigen zwischen 2006 und 2011 um 42 Prozent, wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Barmer-Arztreport 2013 hervorgeht. Im Alter von elf Jahren erhielten rund sieben Prozent der Jungen und zwei Prozent der Mädchen eine Verordnung mit dem Medikament Ritalin.

Vor wenigen Tagen erst hatte eine aktuelle Auswertung von US-Daten ähnliche Ergebnisse erbracht: Mediziner einer US-Versicherung zeigten, dass von 2001 bis 2010 die Rate der ADHS-Diagnosen deutlich angestiegen war.

ADHS hat den Ruf, eine willkommene Modediagnose zu sein, wenn Kinder nicht so funktionieren, wie sie sollen. Die Trennung zwischen einem anstrengenden, aber gesunden Kind und einem, das tatsächlich an der Aufmerksamkeitsstörung leidet, fällt auch Experten mitunter schwer. Unter dieser Unschärfe müssen vor allem ADHS-Patienten leiden, die es schwer haben, mit ihrer Krankheit ernst genommen zu werden.

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Diktatur der Fürsorge

Kommentar zur EU-ANTI-RAUCH-KAMPAGNE:

Diktatur der Fürsorge
Jeder hat auch die Freiheit, sich selbst zu schaden.

DIE ZEIT vom 27.12.2012
von Ulrich Greiner

Wer der geplanten neuen EU-Kampagne gegen das Rauchen Beifall klatscht, sollte sich überlegen, was er da tut. Mit ekelerregenden Fotos kranker Organe auf den Packungen will man den letzten Rauchern die Freude vergällen. Doch diesmal geht es nicht um den Schutz der Nichtraucher, das hier ist eine Erziehungsmaßnahme. Sind wir im Kindergarten? Hat nicht jeder das Recht, nach eigener Fasson selig zu werden, zu genießen, was er mag, ob gesund oder nicht? Das war einmal. Jetzt verbietet man ihm die Glühbirne, regelt den Krümmungsgrad von Gurken und den Salzgehalt von Brezeln. In der Tat: Rauchen ist nicht gesund. Zu viel Salz ist nicht gesund. Zu viel Zucker ist nicht gesund. Demnächst wird man wohl die Tafel Schokolade mit einem Foto verfaulter Zähne schmücken und die Whiskyflasche mit dem Bild einer Säuferleber.

Wir sind auf dem besten Weg in eine Diktatur der Fürsorge. Die Liberalutopie des Nachtwächterstaates, der die Rechte seiner Bürger schützt, verwandelt sich still und leise in die Sozialutopie des Fürsorgestaates, der seine Bürger zum richtigen Leben anhält. 1789 erklärte die Nationalversammlung in Paris die Menschenrechte. In Artikel 4 heißt es: »Die Freiheit besteht darin, dass man all das tun kann, was einem andern nicht schadet.«

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Zum Thema:

EU-Kommission plant strengere Regeln für Tabakindustrie
Einem Bericht zufolge sollen Zigarettenschachteln europaweit künftig gleich aussehen. Nach den Plänen der EU ist das aber nur eine Vorstufe für weitere Beschränkungen.

ZEIT ONLINE vom 10.09.2012

Die EU-Kommission plant einem Pressebericht zufolge strenge Regeln für die Tabakindustrie. Gesundheitskommissar John Dalli wolle Zigarettenmarken weitgehend ununterscheidbar für den Konsumenten machen, berichtete Die Welt unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Arbeitspapier. Es sollten etwa einheitliche Packungen in vorgegebener Größe ohne spezielle Unterscheidungsmerkmale eingeführt werden.

Zudem sollten Zigaretten verschiedener Marken sich künftig noch mehr ähneln. So werde in dem Arbeitspapier für die Festschreibung einer zylindrischen Form mit einem „typischen Durchmesser“ und „Papier in weißer Farbe“ plädiert. Das könnte extra dünne Zigaretten künftig ebenso verbieten wie die in Kork-Optik gehaltenen Filterummantelungen heutiger Machart. Warnhinweise sollen künftig nicht mehr 30 Prozent, sondern drei Viertel der Packung einnehmen.

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Potsdam: SPD und FDP wollen Rauchen in ÖPNV-Wartebereichen verbieten

In einer am 05.12.2012 von den der Fraktionen SPD und FDP in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung eingebrachten Beschlussvorlage 12/SVV/0787 wird „der Oberbürgermeister […] beauftragt, in seiner Funktion als Gesellschaftervertreter der Verkehrsbetriebe in Potsdam GmbH dafür Sorge zu tragen, dass die überdachten Wartebereiche der Haltestellen des ÖPNV im Potsdamer Stadtgebiet als Nichtraucherzonen ausgewiesen werden. Des Weiteren soll geprüft werden wie in den Haltestellenbereichen, vergleichbar zur Deutschen Bahn, gekennzeichnete Raucherbereiche ausgewiesen werden können.“

Begründungstext:

„Seit 1. September 2007 gilt in allen Personenbahnhöfen der öffentlichen Eisenbahnen und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln ein gesetzliches Rauchverbot, das sich aus dem Bundes-Nichtraucherschutz-Gesetz ergibt. Neben der Vermeidung der Verschmutzung von Örtlichkeiten und Gegenständen zielt diese Regelung vor allem auf den Schutz von Nichtrauchern vor Belästigung und gesundheitlicher Beeinträchtigung ab und soll bewirken, dass Jugendliche nicht zum Rauchen verführt werden.

Diese Regelung, welche auch für Schulen und öffentliche Gebäude gilt, soll jetzt auch auf die Haltestellen im Potsdamer Stadtgebiet ausgeweitet werden. Die Haltestellen in Potsdam sind auf Grund baulicher Gegebenheiten nicht besonders groß angelegt. Eine Flucht der Nichtraucher vor allem der Kinder vor dem „blauen“ Dunst ist somit schwer möglich. Dazu kommt, dass Raucher bei schlechten Witterungsverhältnissen selten Rücksicht auf Umstehende nehmen und auch in den Haltestellenhäusern rauchen, wo Nichtrauchern lediglich die Wahl zwischen dem Passivrauchen und dem schlechten Wetter bleibt.

Zusätzlich kann man sich von dieser Regelung erhoffen, dass häufig genutzte Haltestellenbereiche, wie zum Beispiel am Bahnhof, durch herabfallende Zigarettenreste weniger verschmutzt werden. Die ViP GmbH genießt als Inhaber der Haltestellenbereiche das „Hausrecht“, so dass die Regelung eingeführt werden kann.“

Die Beschlussvorlage wurde am 05.12.2012 zunächst in die Ausschüsse verweisen.

 

Die PNN griff das Thema in mehreren Artikeln auf:

Potsdamer Nahverkehr Kein Dach mehr für Raucher
FDP und SPD wollen verbieten, dass in Bus- und Tram-Haltestellen weiter Zigaretten gequalmt werden

Eine Zigarette, bevor die Straßenbahn kommt? Nach dem Willen von FDP und SPD sollen Potsdamer Raucher künftig nicht mehr in überdachten Haltestellen qualmen dürfen.

PNN, 04.12.2012
von Henri Kramer

Bei schlechtem Wetter sollen Potsdamer Raucher, die auf einen Bus oder die Straßenbahn warten, künftig im Regen stehen. Mit einem gemeinsamen Antrag für die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch wollen FDP und SPD erreichen, dass die überdachten Wartebereiche der Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs im Potsdamer Stadtgebiet als Nichtraucherzonen ausgewiesen werden. Weiter heißt es in dem Antrag, die Stadtverwaltung solle überlegen, wie in den Haltestellen gekennzeichnete Raucherbereiche ausgewiesen werden können, wie dies die Deutsche Bahn bereits praktiziert.

Bekanntlich gilt bereits seit 2007 in allen Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln ein gesetzliches Rauchverbot. Vor allem Nichtraucher sollen so vor Belästigung geschützt und Jugendliche nicht zum Rauchen verleitet werden. Die Regeln, die zum Beispiel bereits auf dem Bahnsteig des Hauptbahnhofs gelten, sollen nun auch auf die laut FDP und SPD nicht besonders groß angelegten Haltestellen in Potsdam ausgeweitet werden. In diesen Bereichen könnten Nichtraucher vor dem blauen Dunst nur schwer fliehen, heißt es in der Begründung für den Vorstoß. Dazu komme, dass Raucher etwa bei Regen nur selten Rücksicht auf Umstehende nehmen und auch in den Haltestellenhäusern qualmen würden – Nichtrauchern bleibe in solchen Fällen dann lediglich die unschöne Wahl zwischen dem gesundheitsschädlichen Passivrauchen oder der Option, wegzugehen und nass zu werden. Weiterlesen auf pnn.de.

Pro & Contra: Raucherabzug?

PNN, 04.12.2012

Das Pro
von Peter Tiede

Zum Beispiel Waldhornisten. Stellen wir uns also Folgendes vor: Waldhornisten soll verboten werden, unter den Dächern von Bus- und Straßenbahnhaltestellen in Potsdam Waldhörner zu blasen. Begründung: weil es Mitmenschen im unmittelbarer Nähe des Tonaustrittstrichters belästigt und auch zu ernst- und dauerhaften Gehörschäden führen kann. Bei Kindern seien Spätfolgen unabsehbar. Ohrenärzte sind dafür, militante Jagd- und Klassikmusikgegner erst recht – aber auch der überwältigende Rest der Normalhörenden. Gut, der Gehörlosenverband spielt Schweiz: Ihm ist es egal. Nur eine Handvoll blassüchtiger und zwei Fingervoll militanter Waldhornisten zetern: Diskriminierung! Dabei dürfen die Hornisten weiterblasen – nur nicht direkt in Krachweite für diejenigen unter den Haltestellendächern. Wer neben der Überdachung nicht vollgelärmt werden will, kann ja unters Dach gehen. Abgelehnt wurde der Vorschlag, der Verkehrsbetrieb möge an Haltestellen Oropax-Spender installieren. Waldhorn blasen: Ja; aber bitte allgemeinverträglich. Weiterlesen auf pnn.de

Das Contra
von Guido Berg

Mit ihrem Vorstoß zum Rauchverbot an Haltestellen liefern Potsdams FDP und SPD einen populistischen Hüftenschuss erster Güte ab – dagegen sieht selbst Daniel Craig alias James Bond blass aus. Die Idee muss äußert spontan geboren worden sein – selbst der Verkehrsbetrieb reagierte überrascht. Wenn der Wähler denkt, seine Abgeordneten stünden in ständigem Austausch mit der Fachebene, irrt er. Leider. Natürlich wäre es begrüßenswert, würden Nichtraucher im öffentlichen Raum nicht vom öden Odeur der Raucher belästigt. Doch was ist zu tun? Soll der Potsdamer Verkehrsbetrieb schwarze Sheriffs anheuern, um das Rauchverbot an den 625 Potsdamer Haltestellen durchzusetzen? Weiterlesen auf pnn.de

 

Rauchverbot verpufft trotz Zustimmung
Für handfeste Tatsachen ist Satzung nötig

MAZ, 16.02.2013

POTSDAM – Rauch oder nicht Rauch – das ist keine Frage für den Ordnungs-Ausschuss der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung. Das Gremium hat sich am Donnerstagabend mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Bus- und Tramhaltestellen im Stadtgebiet als Nichtraucherzonen kennzeichnen zu lassen. Das Anliegen, so der Tenor, kann man nur unterstützen. Der Beschluss über den Vorschlag von FDP und SPD, fiel bei acht Ja-Stimmen und drei Enthaltungen.

Offenbar ist ein handfestes Rauchverbot aber verpufft. Laut Debatte brauche man dafür eine handfeste Satzung nebst Bußgeldkatalog. Diese Forderung ist derzeit aber nicht Bestandteil der Beschlussvorlage.

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Cannabiskonsum an Potsdamer Schulen

Unser Statement zum Cannabiskonsum an Schulen:

In unserer Arbeit verurteilen wir keinen Konsum, sondern setzen am individuellen und situativen Risiko an, das sich mit dem Konsum verbindet. Cannabiskonsum kann für die Schülerinnen und Schüler unproblematisch sein, wenn er kontrolliert und regelgeleitet ist, risikoarm gestaltet wird und von Lern- und Risikosituationen getrennt erfolgt. Wir trennen ausdrücklich Konsum von Dealen, das auf Grund der Strafbewehrung und daher sozialen Folgen für alle Betroffenen immer problematisch ist.

Cannabis ist allgemein leicht verfügbar, die Vorstellung, dass Schüler_innen auf Grund von Kontrollmaßnahmen nicht mit Cannabis in Berührung kommen, daher offensichtlich unrealistisch. Aus diesem Grund setzen wir auf die Förderung der Kritik- und Entscheidungsfähigkeit von Jugendlichen, mit dem Ziel, dass sie lernen, ganz allgemein risikoarm zu konsumieren.

Rüdiger Schmolke, Geschäftsführung Chill out e.V.  

Kiffen zählt als Doping
Nach den Drogenvorwürfen an der Eliteschule des Sports hat der Bildungsausschuss kontrovers über den Fall diskutiert. Über die erteilten Schulverweise werde im Einzelfall entschieden, sagt der Schulrat

PNN, 29.11.2012
von Henri Kramer

Die fünf Sportschüler, die im Zusammenhang mit Drogenvorwürfen von der Potsdamer Sportschule verwiesen werden sollen, bekommen vielleicht doch noch eine zweite Chance. Der zuständige Schulrat Eckhard Dörnbrack sagte am Dienstagabend im Bildungsausschuss, die Fälle sollen vom Schulamt in Brandenburg/Havel individuell bewertet werden. „Für einmal Kiffen wird niemand von der Schule fliegen“, so Dörnbrack. In die Verfahren seien Rechtsanwälte einbezogen. Es müsse unterschieden werden, ob die Schüler nur Konsumenten seien oder tatsächlich mit Drogen gehandelt hätten, hieß es weiter.

Wie berichtet hatte die Lehrerkonferenz der Elite-Schule des Sports am Luftschiffhafen Mitte November entschieden, die Schüler nach den Drogenvorwürfen an andere Schulen zu verweisen. Die minderjährigen Sportschüler waren Ende Oktober nahe der Schule beim Kiffen erwischt worden. Das Haschisch sollen sie von älteren Mitschülern erhalten haben.

Der Fall war vor Dörnbracks Erklärung im Bildungsausschuss kontrovers debattiert worden. Schulleiter Rüdiger Ziemer erklärte die Entscheidung für den Verweis unter anderem damit, dass an der Sportschule besondere Bestimmungen im Kampf gegen Doping gelten. Auch Cannabis stehe auf einer Verbotsliste mit leistungssteigernden Mitteln. Die Nationale Anti-Doping Agentur (Nada) kontrolliere bei den Schülern, ob Doping-Substanzen eingenommen würden. „Bisher gab es niemals einen positiven Test.“ Würde sich das ändern, wäre das eine „absolute Katastrophe“, gerade für den Ruf der Schule. Absolventen der Schule hatten zuletzt bei den Olympischen Spielen in London drei Gold- und eine Silbermedaille erkämpft.

Ziemer kritisierte die Aufarbeitung des Falls in einigen Medien. So habe eine Zeitung ein Foto von ihm und darüber einen brennenden Joint gedruckt, sagte der Schulleiter verärgert. „Mit so einer Art Journalismus“ sei ein erfolgreiches Schulsystem konfrontiert, bei dem seit mehr als 20 Jahren präventiv gegen Drogen gearbeitet werde. Doch bei 120 neuen Schülern pro Jahr, „normalen Kindern und Jugendlichen“, könnten Vorfälle wie der aktuelle nicht ausgeschlossen werden, so Ziemer.

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Höher, schneller, breiter
Sportschüler beim Haschischhandel und -konsum erwischt / Geschäftsführer droht mit Massendrogentests

MAZ, 07.11.2012

Potsdam – Und das auch noch kurz vor dem Tag der offenen Tür am Sonnabend: Die Eliteschule des Sports „Friedrich Ludwig Jahn“ im Luftschiffhafen kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem Missbrauchs-Skandal im letzten Jahr und Ärger um vier rechte Hooligans im Juni muss sich Schulleiter Rüdiger Ziemer nun mit einem Drogenproblem herumschlagen. Ein Mitarbeiter des angeschlossenen Internats erwischte kürzlich fünf Neuntklässler am Ufer des Templiner Sees, unweit des Sportgeländes, beim Haschisch-Konsum.

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Massendrogentest abgelehnt
Nach Haschisch-Vorfällen an Elitesportschule in Potsdam loben Stadt und Ministerium die „gute und schnelle“ Reaktion

MAZ, 08.11.2012
Von Jan Bosschaart

POTSDAM – Nach dem Bekanntwerden von Haschischkonsum und Drogenhandel unter Schülern der Elitesportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ im Luftschiffhafen lehnen sowohl das Bildungsministerium als auch das Schulamt und die Stadt einen als „letztes Mittel“ angedrohten Drogentest an allen 600 Sportschülern ab. „Das wäre kein adäquates Mittel, sondern sehr problematisch“, sagte Stefan Breiding, Sprecher des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Ein solcher Massentest enthielte „eine pauschale Unterstellung“ und wäre ein massiver Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Auch die Stadt vermerkte kurz und bündig, das lehne sie ab. Ronny Besançon vom Kreisvorstand der Linken erinnerte daran, dass zunächst die Unschuldsvermutung gelte. Schon die Androhung sei „ein verfassungsrechtlicher Skandal“.

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Stadt will Dealern an den Kragen

PNN, 08.11.2012
von Tobias Reichelt

An Potsdams Schulen wird gekifft und mit Drogen gehandelt, jetzt fordert das Rathaus durchzugreifen

Die Stadtverwaltung hat alle Schulleiter in Potsdam aufgefordert, konsequent gegen Drogenhändler an ihren Einrichtungen vorzugehen. „Wir werden nicht dulden, dass an den Schulen gedealt wird“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow am Mittwoch. Schüler, die Marihuana, Ecstasy oder noch härtere Rauschmittel an minderjährige oder erwachsene Mitschüler verkaufen, müssten Sanktionen erfahren. Das Hausrecht an allen Gymnasien, Gesamt-, Ober- oder Sportschulen in Potsdam sei streng geregelt, sagte Brunzlow. Wenn Prävention und Beratung nicht wirkten, drohe der Rausschmiss. Auf jeden Fall werde Strafanzeige gestellt. … „Wir wissen, dass es an allen weiterführenden Schulen in Potsdam Schüler gibt, die illegale Drogen konsumieren oder verkaufen“, sagte Renate Michael, Leiterin der Abteilung Prävention bei der Polizei, gegenüber den PNN. Wenn die Schüler die Drogen nicht bei ihresgleichen in der Schule kaufen, dann schlagen sie beim Händler nebenan zu. Es sei in Potsdam nicht ungewöhnlich, dass Dealer eine Wohnung in der Nähe von Schulen besitzen. „In der großen Pause verlassen die Schüler das Schulgelände, um sich nebenan eine Portion zu holen“, so Michael. Das Dunkelfeld sei riesig. Von Schule zu Schule sei das Problem mal größer, mal kleiner. Zum Teil handele es sich nur um einzelne Schüler, in anderen Fällen seien es ganze Gruppen. „Haschisch ist die gängigste Droge für Jugendliche.“ Seltener würden auch härtere Sachen wie die Partydroge Ecstasy von Schülern konsumiert.

Der Leiter der Potsdamer Sportschule, Rüdiger Ziemer, kündigte einen offenen und konsequenten Umgang mit seinen betroffenen Schülern an. … Einen generellen Drogentest für alle Schüler der Sportschule schließt Ziemer nach den Vorfällen allerdings aus. Das sei rechtlich nicht möglich. Andreas Klemund, Geschäftsführer der Luftschiffhafen GmbH, hatte das gefordert. Jugenddezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) kündigte an, das Problem mit dem Staatlichen Schulamt, der Polizei, dem Schulverwaltungs- und dem Jugendamt zu beraten. Zugleich warnte sie Schulleiter und Lehrer davor, Drogenkonsum unter den Teppich zu kehren. „Wer die Augen verschließt, macht sich zum Mittäter“, sagte sie den PNN.

Neben der Polizei ist auch der Verein „Chill Out“ in Potsdam bei der Drogenberatung für Schüler, Lehrer und Eltern aktiv. Allein der Fakt, dass an allen Potsdamer Schulen gekifft und gedealt werde, sei noch nicht dramatisch, sagte Vereinschef Rüdiger Schmolke. Unproblematisch sei die Situation aber auch nicht. Einige Schulen würden die Situation verharmlosen. Ein Drittel aller Potsdamer Schüler sammle früher oder später Erfahrungen mit Haschisch, so Schmolke.

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ATLAS: Deal

PNN, 08.11.2012
von Tobias Reichelt

Nirgends scheint man in Potsdam so leicht an Drogen zu gelangen wie an den weiterführenden Schulen der Stadt. Die Mitschüler selbst sind es oft, die Haschisch, Marihuana oder Ecstasy auf dem Schulhof verteilen. Und wem die Auswahl dort nicht reicht, der wird beim Dealer um die Ecke fündig. Es wird Zeit, dass die Potsdamer Politik das Problem ernst nimmt.

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Drogenfälle nehmen zu
Elternrat und Kreisschulbeirat in Potsdam sind besorgt / Polizei und Suchtberater sagen: Keine Schule ist drogenfrei

MAZ, 09.11.2012
Von Jan Bosschaart

Potsdam – Eine Häufung von Drogenfunden an Schulen beschäftigt den Potsdamer Kreiselternrat. Einen Tag vor dem Bekanntwerden von Haschischhandel und -konsum an der Elite-Sportschule traf das Gremium deshalb zu einer Sitzung zusammen. „Die Eltern haben den Wunsch, dass mehr für Prävention getan wird und Drogenfälle an Schulen stärker verfolgt werden“, sagte Daniela Trapkowski, die Vorsitzende des Gremiums. Das Problem sei, dass sich viele Lehrer machtlos fühlten. „Sie sagen: Die Schüler stellen sich offen auf dem Schulhof hin und kiffen, und wir können nichts tun“, so Trapkowski. Auch würden viele Schulleiter nicht offensiv mit dem Problem umgehen, weil sie um den Ruf der Schule fürchten. …

Zu mehr Gelassenheit in der Debatte riet Rüdiger Schmolke, Leiter der Suchtberatungsstelle „Chill out“: „Dass Jugendliche heute Cannabis probieren, ist selbstverständlich geworden und fast flächendeckend.“ Allerdings kiffe nur eine Minderheit regelmäßig. Alkoholkonsum aber sei ein größeres Problem: „Für viele Jugendliche ist Kiffen ein Übergangsphänomen, es ist aussichtslos, das eindämmen zu wollen“.

Der Handel und Konsum an Schulen bleibe aber ein „No Go“, räumte der Suchtberater ein. Statt drakonischer Strafen plädierte er für Aufklärung, Reflektion und verantwortungsvollen Konsum. Dennoch ist der Experte überzeugt, dass keine Schule behaupten könne, drogenfrei zu sein. Weniger als ein Prozent der Potsdamer Schüler konsumiert anonymen Befragungen zufolge täglich Haschisch, weniger als drei Prozent wöchentlich – selbst wenn die Dunkelziffer zirka dreimal so hoch liege, sei das „nicht besorgniserregend“, so Schmolke. Ein Drittel habe die Droge einmal probiert.

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Pharma-Boom: Deutsche schlucken immer mehr Schmerzmittel

Deutschlands Ärzte verordnen ihren Patienten eine Rekordmenge an Schmerzmitteln. Laut Arzneiprüfungsinstitut waren es zuletzt 6,3 Millionen Packungen im Jahr – 50 Prozent mehr als 2005. Experten warnen vor Medikamentenabhängigkeit.

Spiegel Online,
02. November 2012

Hamburg – Der Absatz von Schmerzmitteln in Deutschland ist in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI). Hatten die Ärzte ihren gesetzlich versicherten Patienten 2005 noch 4,2 Millionen Packungen verschrieben, waren es 2011 bereits 6,3 Millionen. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent.

Die verschriebenen Medikamente werden bei chronischen Schmerzen eingesetzt, gegen die rezeptfreie Medikamente wie Aspirin oder Paracetamol nichts ausrichten können. Dies gilt oft bei Schmerzen an Kopf, Rücken, Knie oder Nacken – insgesamt haben Millionen Deutsche chronische Schmerzen. Auch Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium leiden häufig unter erheblichen Schmerzen.

Die Analyse, die am Freitag vorgestellt wurde, basiert auf Rezeptdaten, die bei der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, teilte die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände mit. Privatrezepte wurden dabei nicht erfasst. Demnach verordneten insbesondere Allgemeinmediziner Schmerzmittel: Sie verschrieben insgesamt 47 Prozent aller Packungen, 17 Prozent stammten vom Rezeptblock eines Internisten.

Weiterlesen auf Spiegel Online: www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schmerzmittel-aerzte-verschreiben-so-viele-packungen-wie-nie-a-865022.html

 

Zusatzstoffe verstärken das Gesundheitsrisiko von Zigaretten

Die Tabakindustrie verwendet zahlreiche Zusatzstoffe, um unerwünschte Wirkungen, zu denen es beim Inhalieren von Tabakrauch kommt, zu unterdrücken und damit die Attraktivität von Zigaretten zu steigern.

Einige Zusatzstoffe überdecken den bitteren und scharfen Geruch und Geschmack des inhalierten Rauchs. Andere verringern seine atemwegreizende Wirkung, wodurch das Warnsignal des Körpers, dass der Rauch schädlich ist, beseitigt wird. Wieder andere färben Asche und Rauch weiß oder verbessern das Aussehen der Zigarette. Darüber informiert das Projekt PITOC (Public Information on Tobacco Control), an dem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beteiligt ist.

Das Projekt hat eine Internetseite entwickelt, in der Informationen über die Funktionsweise von vierzehn ausgewählten Zusatzstoffen und deren Wirkung auf die Gesundheit (z.B. Zucker, Lakritz, Kakao, Menthol, Vanille, Zellulose und Glyzerin zu finden sind.

Zur Informationsseite über Tabak-Zusatzstoffe auf dkfz.de: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/PITOC_Zusatzstoffe_in_Tabakprodukten.html

Mehr zum PITOC-Projekt auch auf dkfz.de: http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2012/dkfz-pm-12-44-Zusatzstoffe-verstaerken-das-Gesundheitsrisiko-von-Zigaretten.php