Kiffen ist keine Todesursache

Tödliche Droge? Zwei Männer rauchten einen Joint. Kurz danach starben sie. Rechtsmediziner aus Düsseldorf vermuten einen Zusammenhang. Der lässt sich aber nicht beweisen.

Die ZEIT, 25.02.2014
von Sven Stockrahm

40 Minuten haben sie versucht ihn wiederzubeleben, doch der 23-Jährige starb. Er war plötzlich zusammengebrochen, in Bus oder Bahn. Äußerlich wirkte er gesund, war athletisch gebaut. Ähnlich der 28-Jährige, den seine Freundin morgens tot in seiner Wohnung fand. Keine bekannten Erkrankungen, körperlich fit. Was hat die Männer getötet?

Das Einzige, was sie verbindet: Beide hatten gekifft, ehe ihre Herzen versagten. Der Erste trug etwas Marihuana bei sich, neben dem Zweiten fand die Polizei Aschenbecher, Zigarettenblättchen und eine Plastiktüte mit Grasresten. Totgekifft, schreibt nun Bild.de, weitere Medien berichten von den ersten Belegen, dass Cannabis töten kann. Sie irren.

„Bislang galt die Theorie, an Cannabis sterbe man nicht“, sagt Benno Hartung. Der Rechtsmediziner an der Uniklinik in Düsseldorf hat die Todesfälle der zwei Männer untersucht, dokumentiert und die Ergebnisse im Magazin Forensic Science International veröffentlicht (Hartung, 2014). „Wir reden hier von Einzelfällen, von sehr seltenen Ereignissen“, sagt er. Die Todesursache ist unbekannt. Einzig Cannabis tauche als möglicher Verdächtiger auf. Beide Toten hatten Rückstände davon in Blut und Hirngewebe. […]

Belegen die ausführlichen Obduktionsergebnisse der beiden Männer nun, dass sie am Hasch starben? „Die einzelnen Befunde stützen das nicht“, sagt der Leiter der Rechtsmedizin an der Berliner Charité, Michael Tsokos. Er hat sich die Fallstudie aus Düsseldorf angeschaut. „Aus ihnen geht hervor, dass der 23-jährige Verstorbene schwer am Herzen vorerkrankt war. Hätte er nicht zufällig am Tag vor seinem Tod Cannabis geraucht, wäre ein Zusammenhang mit seinem Tod gar nicht hergestellt worden.“ Was ist mit dem 28-Jährigen? „Fälle, in denen die Todesursache unklar ist, haben wir vereinzelt immer wieder. Cannabis als Ursache zu vermuten, ist für mich eine Verlegenheitsdiagnose.“ Für Tsokos ist klar: „Hier geht es um Koinzidenz und nicht um Kausalität.“

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Entscheidend für späteres Trinkverhalten ist die Pubertät

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung präsentiert neue wissenschaftliche Ergebnisse
Dr. Marita Völker-Albert (BZgA), 12.12.2013

Je früher Kinder und Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, desto riskanter ist ihr späteres Trinkverhalten. Diese Erkenntnis wird anhand einer Studie des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) um einen entscheidenden Faktor ergänzt: Vor allem die Pubertät ist der Zeitraum, in dem der Konsum von Alkohol ein späteres Suchtverhalten am stärksten beeinflusst. Die aktuelle Ausgabe des “Alkoholspiegel“, dem
Newsletter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Alkoholprävention, befasst sich diesmal mit den neuen Studienergebnissen.

Je früher Kinder und Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, desto riskanter ist ihr späteres Trinkverhalten. Diese Erkenntnis wird anhand einer Studie des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) um einen entscheidenden Faktor ergänzt: Vor allem die Pubertät ist der Zeitraum, in dem der Konsum von Alkohol ein späteres Suchtverhalten am stärksten beeinflusst. Da die Pubertät bei Mädchen früher einsetzt, als bei Jungen, ist die riskante Reifungsphase bei den Geschlechtern unterschiedlich und muss bei Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen entsprechend berücksichtigt werden.

„Die neuen Studienergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass ein Hinauszögern des Einstiegsalters beim Alkohol trinken ein wichtiges Präventionsziel bleiben muss”, so Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

In der aktuellen Ausgabe des “Alkoholspiegel“, dem BZgA-Newsletter zur Alkoholprävention, werden unter anderem die Ergebnisse der Studie von einer der Co-Autorinnen, von Dr. Miriam Schneider, vorgestellt. Sie erklärt, wie Alkohol die neurobiologischen Entwicklungsprozesse im Gehirn von Jugendlichen nachhaltig stören kann.

Der „Alkoholspiegel“ bietet außerdem ein Redaktionsgespräch mit Prof. Dr. Elisabeth Pott  und Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV). Das Rauschtrinken unter Jugendlichen war vor fünf Jahren für die PKV Anlass, die BZgA-Jugendkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ zu unterstützen. „Die gute Zusammenarbeit bei dieser Kampagne wollen wir auch in den nächsten Jahren fortsetzen und gemeinsam den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol weiter fördern“, resümiert Dr. Volker Leienbach.

Der „Alkoholspiegel“ steht unter www.bzga.de/presse/publikationen zum
Download bereit. Bestellungen sind unter
www.bzga.de/infomaterialien/alkoholpraevention/alkoholspiegel möglich.
Der „Alkoholspiegel“ wird kostenlos abgegeben.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft – idw – Pressemitteilung

Potsdam: Rahmenkonzept zur Suchtprävention und Suchtbehandlung vorgestellt

Am 29. November 2013 stellte die Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung Elona Müller-Preinesberger gemeinsam mit der zuständigen Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit Anke Latacz-Blume das neue Suchtkonzept der Landeshauptstadt Potsdam vor. Das Rahmenkonzept wird in der StVV am 4. Dezember 2013 in einer Mitteilungsvorlage den Stadtverordneten präsentiert.

Das letzte, 2004 der Stadtverordnetenversammlung Potsdam vorgelegte Suchtkonzept der Fachverwaltung spiegelt den Erkenntnisstand von 2002 wider. Nach 10 Jahren war es deshalb notwendig, neuere Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft zu berücksichtigen und in eine Fortschreibung des Konzeptes einfließen zu lassen.

Dafür wurde Herr Prof. Dr. Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Fachhochschule Frankfurt am Main, gewonnen, um zusammen mit den Fachleuten in Potsdam ein modernes Konzept für die nächsten Jahre zu entwickeln.
Voraussetzung für die Konzepterstellung war ein intensives und sehr breites Beteiligungsverfahren, u.a. mit den Facharbeitskreisen, den Maßnahmeträgern, den Netzwerken der Landeshauptstadt Potsdam, Selbsthilfegruppen, lokalen Bündnissen, Krankenkassen, dem „Klinikum Ernst von Bergmann“, dem Stadtsportbund und dem Gesundheit Berlin Brandenburg e.V..

So wurde am 08.08.2012 sowie am 14.08.2012 die Thematik in den Facharbeitskreisen „Arbeitskreis Sucht Erwachsene“ und der „Arbeitsgemeinschaft Suchtprävention für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Potsdam“ diskutiert und über 25 Einzelinterviews mit Potsdamer Expertinnen und Experten geführt. Im Oktober 2012 präsentierte Herr Prof. Dr. Stöver erste Ergebnisse bei einem gemeinsamen Werkstattgespräch von Arbeitskreisen, Netzwerken und Sozialraumakteuren. Auch zum Gesundheits- und Sozialgipfel am 29.11. 2013 war das Suchtkonzept Hauptthema und konnte in öffentlichen Workshops besprochen und ergänzt werden.

Im Zuge weiterer Diskussionen innerhalb der Verwaltung und mit Vertretern der Facharbeitskreise unter Beteiligung von Herrn Prof. Dr. Stöver wurde eine Bestandsaufnahme der Ergebnisse des Konzeptes von 2004 vorgenommen sowie kurz- mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen formuliert.

Das nunmehr vorliegende Konzept ergänzt das vorherige vor allem auch um neue, dem demografischen Wandel geschuldete Herausforderungen und schärft den Perspektivwechsel in Richtung Prävention. Es benennt die Instrumente, die eine erfolgreiche Suchtkrankenhilfe flankieren sollten.

In Zukunft wird es darauf ankommen, die bestehenden Strukturen noch besser zu vernetzen. Es geht in erster Linie nicht um eine Ausweitung fachlicher „Budgets“ sondern um eine durchdachte Verzahnung und Verschränkung von verfügbaren Mitteln.

Übergreifenden Herausforderungen bestehen insbesondere in:

  • der Lokalen Alkohol- und Tabakprävention
  • den Hilfen für MigrantInnen
  • dem Ausbau des Überleitungsmanagements
  • der Einbeziehung von Krankenkassen und Schlüsselinstitutionen,
    Schaffung neuer Bündnisse, Gewinnung der Zivilgesellschaft
  • der Kooperation von Jugend-, Suchthilfe und Schulbereich
  • Kontinuitätsmodus und Kommunikation
  • Vernetzender Fachkoordination
  • einem Sektoren und Lebenslagen verbindendem Steuerungskreis
  • der Aus- Weiter und Fortbildung
  • einem Qualitätsrahmen für die Suchtarbeit
  • Fortbildungen zum Jugendschutzgesetz

Um diese Ziele zu konkretisieren, werden im Frühjahr 2014 Aktionspläne erarbeitet
Grundlage für diese Aktionspläne werden u.a. die Ergebnisse der dritten Befragung „Brandenburgischer Jugendlicher zum Substanzkonsum“ (Schuljahr 2012/2013) sein. Die Ergebnisse beschreiben einen Ist-Zustand des Substanzkonsums bzw. des Suchtverhaltens von Zehntklässlern.

Regelmäßiger bzw. täglicher Alkohol-, Tabak- und Haschischkonsum sind in den vergangenen acht Jahren bei Brandenburger Zehntklässlern seltener geworden – das ist eine positive Bilanz.

Der Tabakkonsum der Potsdamer Schülerinnen und Schüler hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre um fast die Hälfte reduziert.

Ein deutlicher Rückgang im Alkoholkonsum ist bei den Potsdamer Schülerinnen und Schülern ebenfalls zu verzeichnen. Insbesondere die Anzahl der Jungen und Mädchen, die sich noch nie an dem sogenannten Rauschtrinken beteiligt haben, stieg im direkten Vergleich zur ersten Befragung von rund 37% auf 50% an.

Im Rahmen der zweiten Befragung (BJS II Schuljahr 2008/2009)) wurden erstmals die Spielgewohnheiten der Jugendlichen und die Nutzung des Internets erfragt. Mit der dritten Befragung (BJS III) stehen nun Vergleichswerte zur Verfügung. Insbesondere Onlinespiele und soziale Netzwerke werden durch die Potsdamer Schülerinnen und Schüler immer häufiger genutzt.

Resümierend ist festzustellen, dass die beschriebenen Trends bei den Potsdamer Zehntklässlern mit den Trends der Schülerinnen und Schüler im gesamten Land Brandenburg übereinstimmen.

Der Erfolg der kontinuierlichen und nachhaltigen Suchtpräventionsmaßnahmen kann an den jüngsten erfreulichen Entwicklungen gemessen werden.

Quelle: Landeshauptstadt Potsdam, Pressemitteilung Nummer 784 / 29.11.2013

Lehrkräfte-Fortbildungen

Unsere Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen befähigen zur eigenständigen Umsetzung von Unterstützungsleistungen für die Schüler_innen, um Reflexionsfähigkeit und Selbstverantwortung zu entwickeln. Dabei spielen auch rechtliche Aspekte eine Rolle. Alle Fortbildungsmodule sind interaktiv ausgerichtet.

1. „Was ich wissen muss!“ Basiswissen Konsum und Sucht.

  • Motiv, Rolle, Funktion und Bedeutung von (Drogen)Konsum

  • Stoffkunde und Suchtformen (Substanzen und Verhaltenssüchte; Signale und Risikofaktoren; Erkennen von Konsum; Genuss, Missbrauch, Sucht).

  • Rechte und Pflichten im Umgang bei (Verdacht auf) Konsum oder Abhängigkeit von legalen und illegalen Substanzen.

  • Gesprächsführung und Kommunikation.

2. „Was wirkt?“ Gute Suchtprävention in der Schule.

  • Menschenbild, Haltung, Methodik und Didaktik moderner Suchtprävention.

  • Systematische Verankerung von Suchtprävention im Schulkonzept.

  • Projektplanung und Qualitätsmanagement in der schulischen Praxis.

3. „Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.“ Ein Seminar für Gestresste.

  • Aspekte der Gesundheitsförderung und Suchtprävention bei Lehrkräften.

  • Persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

  • Ressourcen und Grenzen von Lehrkräften für die Intervention.

4. „Süchtige Eltern – süchtige Kinder?“ Unterstützungsmöglichkeiten
für besondere Zielgruppen.

  • Psychische Belastungen, Substanzkonsum und Suchtgefährdung

  • Ursachen, Risiko- und Schutzfaktoren

  • Reaktions-, Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten

Zeitumfang: 3 Zeitstunden bis Tagesveranstaltungen (zum Beispiel als SchiLF-Veranstaltung) je nach Modul- bzw. Themenzusammenstellung.

Kostenbeteiligung: nach Absprache (Orientierung: € 50,- pro Zeitstunde)

Aufbaumodule/Zertifikatskurs: Wir bieten auch systematisch aufeinander aufbauende Fortbildungsmodule an. Bitte sprechen Sie uns an!

Alkohol ist Partydroge Nummer eins

Alkohol ist Partydroge Nummer eins
Rüdiger Schmolke von der Fachstelle Konsumkompetenz will Jugendliche sensibilisieren 

MAZ (Lokalnachrichten Ostprignitz-Ruppin)
23.04.2013

Der Kreisjugendring lud gestern in Neuruppin zu einer Fachkonferenz. Thema: Partydrogen. Mit dem Referenten Rüdiger Schmolke von der Fachstelle für Konsumkompetenz aus Potsdam sprach Stephanie Philipp.

MAZ: Welche Drogen sind für Jugendliche heute am spannendsten?

Rüdiger Schmolke: Die Partydroge Nummer eins ist wie eh und je Alkohol. Der hat die größte Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Mit Alkohol wollen alle umgehen können.

Weil man auch leicht dran kommt?

Schmolke: Natürlich. Wobei es auch mit anderen Faktoren zu tun hat. Vor allem damit, dass es in beinahe allen Kreisen akzeptiert ist.

Es ist aber auch kein Problem, illegale Drogen zu kaufen?

Schmolke: Es gibt keine systematischen Untersuchungen darüber, wie hoch die Verfügbarkeit von Cannabis ist. Aber im Allgemeinen muss man feststellen, dass es für die allermeisten Jugendlichen kein Problem ist. Fast jeder kennt jemanden, der Cannabis konsumiert, und insofern ist die Beschaffung überhaupt kein Problem.

Gibt es Orte von denen man weiß, dass dort besonders viel Cannabis den Besitzer wechselt?

Schmolke: Nein, denn es gibt keine Cannabis-Szeneorte in der Form. Neben professionellen Dealerstrukturen wird es vor allem im Freundeskreis weitergegeben, weil es da ja auch konsumiert wird.

Sind weiche oder harte Drogen die größere Gefahr?

Schmolke: Diese Einordnung gibt es zwar, wir arbeiten aber mit dem Begriff harte und weiche Konsummuster. Denn letztlich kommt es darauf an, wie der Konsum konkret aussieht. Wenn ich wenige Male im Jahr Kokain konsumiere, kann das sehr viel gesundheitsverträglicher sein, als wenn ich jeden Tag Cannabis konsumiere.

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Warnung vor Chrystal Meth

Gefährliche Droge in Potsdam noch wenig verbreitet

PNN, 12.02.2012
von Henri Kramer

Crystal Meth gilt als eine der gefährlichsten Drogen der Welt – und fast täglich gibt es Schlagzeilen, dass das vornehmlich aus Tschechien stammende Rauschgift derzeit Deutschland überschwemmt. Auch in Potsdam ist die synthetische Droge inzwischen angekommen – allerdings gehen Suchtberater und Polizei derzeit noch von einem überschaubaren Problem aus.

So sagte Rüdiger Schmolke von der Suchtberatung „Chill Out“ den PNN auf Anfrage, sein Verein habe Hinweise auf eine stärkere Verbreitung des sogenannten Methamphetamin. „Wir gehen aber von einem niedrigen Niveau der Verbreitung aus.“ Polizeisprecherin Ingrid Schwarz sagte, bisher sei in Potsdam noch kein Konsument von Crystal gestellt und die Droge auch noch nicht bei Hausdurchsuchungen gefunden worden. […]

Für Potsdam sei bisher kein erhöhter Hilfebedarf zu erkennen, sagte Schmolke – mittelfristig dürfte dies sich aber ändern. Auch in der Suchtberatung der Arbeiterwohlfahrt gibt es bislang keine vermehrten Beratungsanfragen in Bezug auf Crystal Meth, sagt

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