Rauschfunk 15 – Benzos und Hip Hop

Rauschfunk meldet sich nach über einem Jahr Sendepause zurück: Nachdem wir in der letzten Sendung sehr ausführlich über Benzodiazepine gesprochen haben, folgt nun endlich die Folge über die Wechselwirkungen von Benzos und Hip Hop. Erik sprach dazu mit Ada, die schon seit langem Cloud Rap hört und auch in ihrem Umfeld mitbekommen hat, welche Rolle verschreibungspflichtige Medikamente plötzlich in der Hip Hop-Kultur spielten.

Wir erklären, was Cloud Rap ist, erzählen von unserem persönlichem Zugang zu dieser Musik, fragen uns, wieviel Realität und wie viel Pose im Cloud Rap steckt und vergleichen die Rolle von Drogen in anderen Jugendkulturen wie Punk.

PS: Aus rechtlichen Gründen mussten wir die Musik aus dem Podcast leider rausschneiden (die Sendung mit Musik war zu hören beim Potsdamer Lokalradio Frrapo)

Tracklist

  • „Reserach Benzos“ (Negatiiv OG)
  • „Purple Xanax“ (21 Savage ft. Gucci Mane)
  •  „Xanny“ (Sierra Kidd)
  • „Poppin‘ Pills Thinkin‘ Bout U“ (Lil Peep)

Shownotes

Benzodiazepine

 Substanz:
Wirkstoff: Benzodiazepine (Beruhigungsmittel).
Benzodiazepine gibt es seit den 60er Jahren. Sie galten als Wunderpillen gegen Angst, Unruhe und Verstimmungen. Tranquilizer sind z.B. Valium, Lexotanil, Tavor, Tranxilium und Adumbran. Schlafmittel mit gleicher chemischer Basis sind Rohypnol, Mogadan, Halcion und Dalmadorn.

 Wirkung:
Benzodiazepine wirken über Rezeptoren im „emotionalen Zentrum“ des Gehirns (limbisches System), sogenannte „Andockstellen“. Der Körper produziert selbst Stoffe, die den Benzodiazepinen ähneln. Tranquilizer wirken angsthemmend und beruhigend ohne einzuschläfern. Einige sind stimmungsaufhellend. Sie vermindern außerdem die körperlichen Begleiterscheinungen von Angst und Unruhe.

 Gefahren:
Tranquilizer machen schon in geringer Dosierung physisch und psychisch abhängig.
Entzugserscheinungen, wie Angst, Unruhe und lang andauernde Schlaflosigkeit (oftmals Symptome für die Einnahme) können auftreten.
Beruhigungsmittel werden in den meisten Fällen vom Arzt verschrieben. Über die Risiken wird nicht immer ausreichend aufgeklärt.
In Deutschland sind mehr als 1 Million Menschen von Schmerz- und Beruhigungsmitteln abhängig!

Safer use:
Nur einnehmen wenn sie vom Arzt verschrieben wurden.
Sich ausführlich über Risiken und Nebenwirkungen aufklären lassen, denn die Gefahr in eine Abhängigkeit zu rutschen, ist relativ hoch.
Keine längerfristige Einnahme.
Es ist besser sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sonst kommt der Tag, wo es ohne Pillen nicht mehr geht.

 1.Hilfe:
Bei Bewußtsein Erbrechen provozieren,
bei Bewußtlosigkeit Notarzt rufen! ( Tel. 112 )

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivation zum Drogenkonsum!
Tranquilizer unterliegen den Arzneimittelgesetz und sind auch nur als solche zu handeln!