Pharma-Boom: Deutsche schlucken immer mehr Schmerzmittel

Deutschlands Ärzte verordnen ihren Patienten eine Rekordmenge an Schmerzmitteln. Laut Arzneiprüfungsinstitut waren es zuletzt 6,3 Millionen Packungen im Jahr – 50 Prozent mehr als 2005. Experten warnen vor Medikamentenabhängigkeit.

Spiegel Online,
02. November 2012

Hamburg – Der Absatz von Schmerzmitteln in Deutschland ist in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI). Hatten die Ärzte ihren gesetzlich versicherten Patienten 2005 noch 4,2 Millionen Packungen verschrieben, waren es 2011 bereits 6,3 Millionen. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent.

Die verschriebenen Medikamente werden bei chronischen Schmerzen eingesetzt, gegen die rezeptfreie Medikamente wie Aspirin oder Paracetamol nichts ausrichten können. Dies gilt oft bei Schmerzen an Kopf, Rücken, Knie oder Nacken – insgesamt haben Millionen Deutsche chronische Schmerzen. Auch Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium leiden häufig unter erheblichen Schmerzen.

Die Analyse, die am Freitag vorgestellt wurde, basiert auf Rezeptdaten, die bei der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, teilte die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände mit. Privatrezepte wurden dabei nicht erfasst. Demnach verordneten insbesondere Allgemeinmediziner Schmerzmittel: Sie verschrieben insgesamt 47 Prozent aller Packungen, 17 Prozent stammten vom Rezeptblock eines Internisten.

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