Keine Zelle - Bremen läßt Drogenkuriere frei
BREMEN (cben). In Bremen mußte die Polizei zwei
verdächtige Drogenkuriere freilassen, weil sie freiwillig
kein Brechmittel schlucken wollten. Das ist seit kurzem in Bremen
verboten (wir berichteten). Hintergrund: Eigentlich soll, wer
kein Brechmittel schlucken will, in einer Spezialzelle die natürliche
Entleerung des Darmes absitzen. Doch die Zelle ist noch nicht
fertig.
2004 hatte die Polizei 96 mal Brechmittel an Verdächtige
verabreicht, "davon viermal zwangsweise", sagte Lisa
Lutzebäck, Sprecherin der Justizbehörde - ein Kurier
starb. Danach hatte die Bürgerschaft beschlossen, die Brechmittelverordnung
in Bremen auszusetzen und die Festgenommenen so lange einzusperren,
bis die "Drogencontainer" auf natürlichem Wege
den Darm verlassen. Doch die vorgesehene Zelle in der Justizvollzugsanstalt
Bremen-Oslebshausen - sie ist mit einer Spezialtoilette versehen
- ist noch im Bau. Ende Februar soll sie fertig sein.
Ein weiteres Problem ist in Bremen auch die Betreuung der Verdächtigen
in der Spezial-Zelle. Laut Vorschrift müssen die Verdächtigen
wegen der medizinischen Überwachung nachts regelmäßig
geweckt werden - doch das kostet Personal. Nachts dürfen
die Beamten die Zellen nur zu dritt betreten.
[Quelle: Ärzte Zeitung, 01.03.2005 http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/03/01/037a0502.asp?cat=/medizin/sucht]