ARTIKEL DES MONATS

"Artikel des Monats" März 2005


Wir haben ja bereits mehrfach über den Einsatz von Brechmitteln in Bremen berichtet. Nachdem nun endlich diese gefährliche Praxis verboten wurde, stellen sich neue Probleme ein...

Keine Zelle - Bremen läßt Drogenkuriere frei
BREMEN
(cben). In Bremen mußte die Polizei zwei verdächtige Drogenkuriere freilassen, weil sie freiwillig kein Brechmittel schlucken wollten. Das ist seit kurzem in Bremen verboten (wir berichteten). Hintergrund: Eigentlich soll, wer kein Brechmittel schlucken will, in einer Spezialzelle die natürliche Entleerung des Darmes absitzen. Doch die Zelle ist noch nicht fertig.

2004 hatte die Polizei 96 mal Brechmittel an Verdächtige verabreicht, "davon viermal zwangsweise", sagte Lisa Lutzebäck, Sprecherin der Justizbehörde - ein Kurier starb. Danach hatte die Bürgerschaft beschlossen, die Brechmittelverordnung in Bremen auszusetzen und die Festgenommenen so lange einzusperren, bis die "Drogencontainer" auf natürlichem Wege den Darm verlassen. Doch die vorgesehene Zelle in der Justizvollzugsanstalt Bremen-Oslebshausen - sie ist mit einer Spezialtoilette versehen - ist noch im Bau. Ende Februar soll sie fertig sein.

Ein weiteres Problem ist in Bremen auch die Betreuung der Verdächtigen in der Spezial-Zelle. Laut Vorschrift müssen die Verdächtigen wegen der medizinischen Überwachung nachts regelmäßig geweckt werden - doch das kostet Personal. Nachts dürfen die Beamten die Zellen nur zu dritt betreten.

[Quelle: Ärzte Zeitung, 01.03.2005 http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/03/01/037a0502.asp?cat=/medizin/sucht]

Chill out findet: ...dass alles besser ist, als wenn durch repressiven Übereifer Menschen sterben müssen.
Doch mittlerweile müsste ja die Zelle mit der "Spezialtoilette" fertig sein. Da freut sich die Beamtenseele. Und wenn man sich nachts eh zu viert in der Zelle trifft, dann wäre ja statt dem ewigen Beamtenskat auch mal eine Partie Doppelkopf drin. Wer weiss welch wundersame Bekanntschaften auf diese Weise entstehen...


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