ARTIKEL DES MONATS

"Artikel des Monats" August 2005


Drogenkonsum im kolumbianischen Parlament

 

BOGOTA
Kolumbianische Parlamentarier schnupfen einem führenden Senator zufolge nicht nur Kokain, sie kaufen es auch auf der Arbeit.

«Ich kenne die Namen von Leuten, die hier im Kongress Kokain verkaufen», sagte der stellvertretende Senatspräsident Edgar Artunduaga am Donnerstag dem Fernsehsender RCN. «Unter ihnen sind wichtige Amtsträger, die die Droge verteilen, und Senatoren sowie Mitglieder des Repräsentantenhauses, die konsumieren.» Er denke darüber nach, die Namen preiszugeben.

Der Verkauf von Kokain ist in dem südamerikanischen Land strafbar. Der Besitz kleiner Dosen ist es nicht. Allerdings wäre es ein Skandal, würde Kokain bei den Politikern entdeckt. Denn die Regierung fährt einen harten Kurs gegen die Droge, deren Verkauf Waffen für linke Rebellen und rechte Paramilitärs finanziert. Die Regierung hat für den Kampf gegen Kokain seit dem Jahr 2000 mehr als drei Milliarden Dollar vor allem aus den USA erhalten. Kolumbien ist der weltgrösste Produzent von Kokain. (sda)

Chill out erinnert sich...Gab es da nicht vor einiger Zeit ein Fernsehteam eines bekannten Privatsenders, das erst im deutschen Bundestag, dann sogar im EU-Parlament insbesondere den Toilettenbereich erfolgreich nach Spuren von Drogenresten untersucht hat?
(siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,365198,00.html
oder: http://www.n-tv.de/556037.html )
Und musste diese Aktion nicht klammheimlich unter den journalistischen Teppich gekehrt werden? Oder war es gar der politischen Einflussnahme zu verdanken, dass sich dieser Vorgang behutsam der breiten Öffentlichkeit entzog? Oder haben wir da etwas in den falschen Hals - wohlgemerkt Hals, nicht Nase - bekommen?

Chill out zitiert sinngemäß: Wer von Euch ohne Schuld, der werfe den ersten Stein!


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