MAZ 03.05.2004 - KOMMENTAR

Pflänzchen

MARIKA BENT
Zart keimt ein neues Veranstaltungs-Pflänzchen in Potsdam. Zum zweiten Mal fand am Wochenende der Liberation Day statt. Ziel des "Hanf-Befreiungstages" ist die Liberalsierung von Cannabis. Ein heißes Thema mit großem Streitpotential. Weil ausgerechnet ein Trägerverein für Suchtprävention bei der Organisation federführend war, wird nun gestritten - leider weniger über Cannabis, sondern vielmehr über die Veranstaltung selbst. Wie kann der Chill out Verein für die Freigabe von Cannabis kämpfen, empörte sich die CDU. Kein gutes Klima für das Pflänzchen.Wie immer man über das Cannabis-Verbot denkt, den Konsum schränkt es jedenfalls kaum ein. Wir brauchen eine alternative Drogenpolitik, sagen jene, die sich mit dem Thema auskennen - Leute aus den Drogenberatungsstellen. Und: Wir brauchen eine öffentliche Diskussion. Wir brauchen mehr Aufklärung. Nichts anderes will der Liberation Day. Sein Anliegen auf ein simples "Kifft doch" zu reduzieren, hieße Drogenprävention gründlich missverstehen. Wie die Politik bisher mit dem Problem umging, ist bekannt. Sie umging es. Verständlich also die Frage von Chill out: Wer, wenn nicht wir?

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